Jagdzeiten NRW – Nordrhein-Westfalen





Jagdzeiten und Schonzeiten (NRW) Nordrhein Westfalen

Das neue Ökologische Jagdgesetz (ÖJG) wurde beschlossen und ist im Jahr 2015 in Kraft getreten. Während der Schonzeit ist der Fang und die Tötung von Wild, das dem Jagdgesetz unterstellt ist, verboten. Artenspezifisch unterscheiden sich dabei die für Geburt und Aufzucht der Jungtiere festgelegte Schonzeit, die nicht zwangsläufig für beide Elterntiere gelten muss.


TierartJagdzeit
Damwild (Kälber)01.09.-15.01.
Damwild (Schmalspießer)01.05.-31.05. u. 01.09.-15.01.
Damwild (Schmaltiere)01.05.-31.05. u. 01.09.-15.01.
Damwild (Hirsche und Alttiere)01.09.-15.01.
Rehwild (Kitze)01.09.-15.01.
Rehwild (Schmalrehe)01.05.-31.05. u. 01.09.-15.01.
Rehwild (Ricken)01.09.-15.01.
Rehwild (Böcke)01.05.-15.01.
Rotwild (Kälber)01.08.-15.01.
Rotwild (Schmalspießer)01.05.-31.05. u. 01.08.-15.01.
Rotwild (Schmaltiere)01.05.-31.05. u. 01.08.-15.01.
Rotwild (Hirsche und Alttiere)01.08.-15.01.
Sikawild (Kälber)01.09.-15.01.
Sikawild (Schmalspießer)01.05.-31.05. u. 01.09.-15.01.
Sikawild (Schmaltiere)01.05.-31.05. u. 01.09.-15.01.
Sikawild (Hirsche und Alttiere)01.09.-15.01.
Muffelwild01.08.-15.01.
Schwarzwild (Frischlinge)01.01.-31.12. (*1)
Schwarzwild (Überläufer)01.08.-15.01.
Schwarzwild (Bachen)01.08.-15.01.
Schwarzwild (Keiler)01.08.-15.01.
Feldhase16.10.-31.12.
Wildkaninchen (erw.)16.10.-28.02. (*2)
Wildkaninchen (Jungkaninchen)01.01.-31.12. (*2)
Fuchs (erw.)16.07.-28.02. (*3)
Fuchs (Jungfüchse)01.01.-31.12. (*3)
Dachs01.09.-30.11.
Steinmarder16.10.-28.02.
Iltis16.10.-28.02.
Hermelin01.09.-28.02.
Waschbär (erw.)01.09.-28.02.
Waschbär (Jungwaschbären)01.01.-31.12.
Marderhund (erw.)01.09.-28.02.
Marderhund (Jungmarderhunde)01.01.-31.12.
Mink16.10 - 28.02
Rebhuhn01.09.-15.12.
Fasan16.10.-15.01. (*4)
Wildtruthahn16.03.-30.04.
Ringeltaube01.11.-20.02. (*2)
Höckerschwan01.11.-20.02.
Graugans16.07.-31.01. (*5)
Kanadagans16.07.-31.01. (*5)
Nilgans16.07.-31.01. (*5)
Stockente16.09.-15.01.
Waldschnepfe16.10.-15.12. (*4)
Rabenkrähen01.08.-20.02. (*2)
Elster01.08.-28.02.

Anmerkungen zu Jagdzeiten in NRW


(1)    Frischlinge sind explizit als „noch nicht einjährige Stücke“ definiert. (§ 2 Abs. 2 Satz 4 Jagdzeiten-Verordnung NRW)
(2)    Wenn die untere Jagdbehörde die Schonzeit für Wildkaninchen, Ringeltauben und Rabenkrähen aufhebt zur Vermeidung von Wildschäden, ist es auch zulässig, während der Setz- und Brutzeiten zu jagen (siehe dazu: § 22 Absatz 4 Satz 2 BJG).
(3)    Die Baujagd auf Füchse in NRW untersagt. (§ 19 Abs. Satz 8 LJG-NRW)
(4)    Gilt bis 31.12.2020. (§2 Satz 1 Jagdzeiten-Verordnung NRW)
(5)    Für ein Gebiet am Unteren Niederrhein und das Naturschutzgebiet Weseraue gilt eine Schonzeit vom 15. Oktober bis zum 31. Januar. Die genaue Gebietsdefinition finden Sie in § 2 Abs. 2 der LJZeitVO

Wichtiger Hinweis: Die angegebenen Jagd- und Schonzeiten können nur einen groben Überblick bieten, denn auch wenn eine Jagdzeit angegeben ist, kann die Jagd z.B. durch § 22 Abs. 4 BJagdG (Jagd auf Elterntiere während der Setz- und Brutzeit) eingeschränkt sein. Zudem sind immer lokale und temporäre Ausnahmeregelungen möglich, so dass Sie sich vor jeder Jagd genau informieren müssen, welche aktuellen Regeln gelten.


Maßgebliche Jagdgesetze und Jagdverordnungen


BJagdG (Bundesjagdgesetz) vom 29. September 1976 (letzte Änderung vom 15. Dezember 2015): www.gesetze-im-internet.de/BJagdG

JagdzeitV 1977 (Verordnung über die Jagdzeiten [im Bund]) vom 2. April 1977 (letzte Änderung vom 25. April 2002): www.gesetze-im-internet.de/JagdzeitV_1977

LJG-NRW (Landesjagdgesetz Nordrhein-Westfalen – Ökologisches Jagdgesetz) vom 7. Dezember 1994 (letzte Änderung vom 28. Mai 2015): recht.nrw.de/LJG-NRW

Verordnung über die Jagdzeiten (Landesjagdzeitenverordnung – LJZeitVO)1 vom 29. Mai 2015: recht.nrw.de/LJZeitVO

DVO LJG-NRW (Landesjagdgesetzdurchführungsverordnung) vom 31. März 2010 (letzte Änderung vom 29. Mai 2015): recht.nrw.de/DVO_LJG-NRW


Ganzjährige Schonzeit genießen in NRW:

Wisent, Rebhühner (bis zum 31. 12. 2020), Waldschnepfe (bis 31.12.2020)


Ringeltauben (unter Beachtung der Allgemeinverfügung)

* Soweit die Schonzeit für Ringeltauben zur Vermeidung übermäßiger Wildschäden von der unteren Jagdbehörde aufgehoben worden ist (§ 24 Abs. 2

LJG-NW), ist die Jagd auch in der Brutzeit zulässig (§ 22 Abs. 4 Satz 2 des Bundesjagdgesetzes).


Grau-, Kanada- und Nilgänse genießen Schonzeit vom 15. Oktober bis 31. Januar innerhalb der Grenzlinien folgender Gebiete:

a. Unterer Niederrhein:

b. Schnittpunkt Bahnlinie (außer Betrieb)/Staatsgrenze Bundesrepublik Deutschland/Königreich der Niederlande bei Kranenburg, Staatsgrenze bis B 8, B 8 bis B 220, B 220 bis Staatsgrenze, Staatsgrenze bis Gemeindegrenze Stadt Rees/Stadt Isselburg, Gemeindegrenze bis B 67, B 67 bis L 459, L 459 bis L 468, L 468 bis B 8, B 8 bis L 396, L 396 bis B 8, B 8 bis L 287, L 287 bis A 42, A 42 bis Bahnlinie, Bahnlinie bis Xanten, Bahnlinie (außer Betrieb) über Kleve, Kranenburg bis Staatsgrenze.

c. Weseraue:

d. Schnittpunkt B 61/Landesgrenze Nordrhein-Westfalen/Niedersachsen, Landesgrenze bis Bahnlinie, Bahnlinie bis K 39, K 39 bis B 482, B 482  bis Wehr bei Lahde, Wehr, linkes Weserufer bis L 770, L770 bis B 61, B 61 bis Landesgrenze.


Das Aussetzen heimischen Feder- oder Haarwildes (außer Schalenwild)


in der freien Wildbahn zum Zwecke der Bestandsstützung oder Wiederansiedlung in Jagdbezirken ist nur mit schriftlicher Genehmigung der unteren Jagdbehörde zulässig. Die Genehmigung darf nur erteilt werden, wenn biotopverbessernde Hegemaßnahmen für die auszusetzende Wildart nachgewiesen wurden und die Forschungsstelle für Jagdkunde und Wildschadenverhütung ihr Einvernehmen erteilt hat. Dies gilt nicht für Fasanen, die aus verlassenen Gelegen des jeweiligen Jagdbezirks stammen und aufgezogen worden sind.


Abweichend von § 19 Abs. 1 Nr. 18 des Bundesjagdgesetzes ist es in Nordrhein-Westfalen verboten:

Fasanen und Stockenten früher als vor dem nächsten Kalenderjahr nach Auswilderung von Fasanen und Stockenten diese zu bejagen. Das Verbot gilt nicht für Fasanen, die aus verlassenen Gelegen des jeweiligen Bezirks stammen und aufgezogen worden sind; diese dürfen nicht später als acht Wochen vor Beginn der Jagdausübung auf diese Wildart ausgesetzt werden.

Die Baujagd auf Füchse oder auf Dachse ist nach § 19 Abs. 1 Nr. 8 LJG-NW verboten.


Jagdzeiten und Schonzeiten Nordrhein Westfalen
Jagdzeiten Nordrhein Westfalen

In Nordrhein-Westfalen sind die folgenden Wildarten bejagbar, da sie entweder im Bundesjagdgesetz (BJagdG) oder im Landesjagdgesetz (LJG-NRW) bzw. in den dazugehörigen Verordnungen stehen: Sikawild, Damwild, Elchwild, Rotwild, Rehwild, Gamswild, Muffelwild, Steinwild, Wisent, Schwarzwild, Schneehase, Feldhase, Wildkaninchen, Murmeltier, Luchs, Wildkatze, Fuchs (Baujagd ist nicht während der gesamten Jagdsaison erlaubt!), Dachs, Baummarder, Steinmarder, Iltis, Fischotter, Birkwild, Hermelin, Mauswiesel, Marderhund, Waschbär, Seehund, Auerwild, Rackelwild, Fasan. Haselwild, Wachtel, Rebhuhn , Alpenschneehuhn, Wildtruthuhn, Wildtauben (Türkentaube, Ringeltaube), Wildenten (Trauerente, Spießente, Stockente, Reiherente, Bergente, Pfeifente, Tafelente, Samtente, Krickente), Wildgänse (Ringelgans, Blässgans, Kanadagans, Nilgans, Saatgans, Graugans), Höckerschwan, Säger, Waldschnepfe, Haubentaucher, Blässhuhn, Großtrappe, Graureiher, Falken, Greife, Kolkrabe, Aaskrähe, Elster, Eichelhäher und Möwen (Mantelmöwe, Lachmöwe, Silbermöwe, Heringsmöwe, Sturmmöwe). Der Kormoran steht weder im Bundesjagdgesetz noch im Landesjagdgesetz. In NRW gab es bis 2010 eine Kormoran-Verordnung, die den Abschuss unter bestimmten Bedingungen erlaubte. Die Kormoran-Verordnung wurde von der Regierung in NRW jedoch nicht verlängert, so dass die Jagd auf den Kormoran in Nordrhein-Westfalen nicht mehr möglich ist.






Die hier veröffentlichten Jagdzeiten und Schonzeiten sind ohne Gewähr.