Murmeltier Steckbrief

Murmeltier Steckbrief


wachendes Murmeltier
wachendes Murmeltier

Das Murmeltier (Marmota) ist ein Säugetier und gehört zu den Nagetieren bzw. den Hörnchen. Es ist bei vielen  bekannt oder wurde während einer schönen Bergwanderung gesichtet. Das Murmeltierfett wurde früher als Heilmittel eingesetzt. Für ein Nagetier ist das Murmeltier recht groß mit einer Rumpflänge von 30-60cm. Sie halten einen ausgedehvnten Winterschlaf. Der bräunliche gedrungene körper mit kurzem Schwanz hat ein Gewicht zwischen drei und sieben Kilogramm. Das Murmeltier in den Alpen lebt meist mit seinem Partner und den jüngeren verwandten zusammen. Murmeltiere ernähren sich von Gräsern und Kräutern aus der Gebirgswelt. Durch den hohen Nährwert dieser Pflanzen setzen die Murmeltiere schnell Fett an, den sie für den Winterschlaf benötigen.

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Murmeltier (Marmota) – Zoologische Einteilung


Wissenschaftlicher Name Marmota
Ordnung Nagetiere (Rodentia)
Unterordnung Hörnchenverwandte (Sciuromorpha)
Familie Hörnchen (Sciuridae)
Unterfamilie Erdhörnchen (Xerinae)
Tribus Echte Erdhörnchen (Marmotini)
Art Murmeltiere





Steckbrief Natur – Murmeltier (Marmota)


Lebensalter bis 10 Jahre in freier Wildbahn
Lebensraum Alpenraum
Lebensweise Paarweise mit jüngeren Verwandten
Gewicht 3,0 – 7,0 kg
Körperlänge 30 – 60 cm
Nahrung Gräser und Kräuter aus der Gebirgswelt, Insekten, Larven, Regenwürmer
Paarungszeit / Tragezeit Mai – Juni / ca. 5 Wochen
Geburt 1Wurf / 4 – 7 Junge
Merkmale Ausgewachsen erst mit 2 Jahren, Winterschlaf, Höhlenbewohner,

Beschreibung des Murmel


wachender Murmel
wachender Murmel

Das Murmeltier gehört zu den Säugetieren und wird jagdlich als Hochwild eingeteilt. Es gehört zu der Familie der Hörnchen. Es ist wohl das bekannteste Tier der alpinen Fauna, und wurde sicherlich von vielen Bergwanderer schon einmal vom Wege aus gesehen oder haben ihren typischen Warnschrei gehört. Das Murmeltier ist an sich in manchen Gebieten gar nicht Scheu und ist ausschließlich tagaktiv.

Je nach der Region hat das Murmeltier verschiedene Namen wie z.B. in Bayern -> Mankei, im Allgäu -> Murmele, in der Schweiz -> Murmeli oder in Frankreich -> Marmotte.  Sie leben auf den tiefgründigen Almen und Weiden der Gebirge, wo sie ihre weitläufigen Baue anlegen können; meist zwischen 900 und 2500 Meter Höhe. Sie bevorzugen dabei die sonnigen Südhänge. Das Murmeltier – Fett galt früher und auch heute noch als Heilmittel. Es wurde z.B. bei Rheuma leiden als “Murmeltiersalbe” eingesetzt.  Insbesondere der hohe Vit. D Gehalt und diverse Fettsäuren machten es wertvoll.

Gerade der Winter ist einer der größten Feinde für das Murmeltier. Dadurch das die Jungtiere nicht genügend Zeit hatten Winterspeck anzufressen oder zu oft geweckt werden, fallen sie dem Winter zum Opfer.  Neben dem Menschen sind es auch vor allem die Greifvögel die dem Murmeltier nachstellen. Fuchs und Marder haben nur geringe Chancen ein Murmeltier zu fangen bzw. erbeuten.


Aussehen des Murmel


Murmeltier
Murmeltier

Das Murmeltier hat einen gedrungenen Körperbau mit einer länge von ca. 50 cm und einen ca. 15 cm langen Schwanz. Mit seinen bis zu 8 kg ist das Murmeltier eins der größten Nagetiere der Tierwelt. Das Fell oder auch Pelz genannt ist dicht und grau in unterschiedlichen Farbvarianten. Der Rücken ist gelbbraun bis graubraun, die Bauchseite des Fells ist gelblich bis braun. Das Murmeltier ist ein Grab-und Nagetier und so ist sein Körperbau darauf abgestimmt die besonderen Eigenschaften optimal auszuführen. An den Vorderpfoten sind kräftige Krallen, sie wirken wie unbehaarte Hände mit 4 Zehen. Die Ohren sind dicht am Fell an sowie der Hals sehr kurz. Wie bei fast allen Nagetieren wachsen sie Nagezähne das ganze Leben über nach.






Murmeltier Lebensraum


Murmel am Bau
Murmel am Bau

Der Lebensraum des Murmeltier ist vor allem in Geröll- und Graslandschaften in den Alpen (alpinen Raum) oberhalb der Baumgrenzen und gerne auch auf der Sonnenseite. Sie leben in mehr oder weniger großen Gruppen auf einer Höhe zwischen 1500 und 2500 m. Jede dieser Kolonien besteht aus mehreren Familien, die in einer Gemeinschaft leben und mehrere Bauten besitzen. Sie leben eigentlich nur in der Nähe ihres Bau, und verlassen diese Umgebung nur selten für kleinere Streifzüge im Frühjahr. Der

Bau des Murmeltier besteht aus einem 5 bis 10 m langen Eingang mit 15 bis 20 cm Durchmesser und verschiedenen Kammern. Er kann bis zu drei Metern in die tiefe reichen. Die Böden werden mit selbst erstellten Heu ausgekleidet und dienen allein zur Polsterung.


Lebensweise des Murmel


Murmeltier sitzend
Murmeltier sitzend

Das Murmeltier, das zu den Säugetieren gehört, ist ein typisches tagaktives Wildtier. Sie sind sehr gesellige Tiere und leben in Kolonien mit jüngeren Verwandten zusammen. Die Lebenszeit über der Erde liegt bei nur etwa 10%. Die Murmeltiere liegen gerne oft und lange an einander geschmiegt in der Sonne. Sie leben mit mehreren Familien in einer Kolonie zusammen. Die Bauten reichen oft viele Meter tief in der Erde des Berghangs hinein. Nur selten gehen sie auf kurze Streifzüge, die meist nicht weiter als 100 Meter vom Bau entfernt sind. Bei Gefahren gibt das Murmeltier einen “schrillen Pfeifton” von sich und verschwinden schnell in ihrem Bau. Die Tiere kommunizieren sehr eng zusammen, wie z.B. das sie sehr dicht zusammenstehen und ihre Nasen aneinander reiben. Auch bei der Begrüßung wird der Duft aus den Backendrüsen miteinander ausgetauscht. Sowohl Gehör als auch Sehvermögen sind sehr gut ausgebildet.

Das Murmeltier besitzt ein weites Sichtfeld, das sich durch die seitliche Stellung der Augen am Schädel ergibt. Hat eine Murmeltier Kolonie einmal ein Bau angelegt, so sind diese sehr Standorttreu und verlassen dieses Revier nur selten. Manchmal sieht man Kämpfe ,die im stehen ausgetragen werden. Hierbei schupsen sich die Murmel gegenseitig um und nur selten kommt es auch zu Bissattacken. Eigentlich ist das Murmeltier ein sehr scheues und vorsichtiges Wesen, jedoch wenn sie sich an bestimmte “Störfaktoren” gewöhnt haben ignorieren sie diese. Dadurch haben die Wanderer auch oft die Chance die Murmeltiere auf Alpenwanderwegen zu beobachten.

Die angelegten Bauten sind komplexe Bauwerke, einige “Tote abzweige werden z.B. als Toilette ausgebaut. Der längste Gang wurde mit einer Länge von 113 Metern gemessen. Nach 2 Jahren können ausgewachsene Murmeltiere die Kolonie verlassen, um eine andere Kolonie zu übernehmen oder eine neue Kolonie aufzubauen. Haben die eine Kolonie gefunden so versuchen sie das starke Männchen zu vertreiben und der Jungen wird getötet.


Ernährung Murmel


Murmeltier am fressen
Murmeltier am fressen

Das Murmeltier ist kein reiner Vegetarier. Hauptsächlich ernähren sie sich von Gräsern und Kräutern, aber auch Insekten, Larven und Regenwürmer gehören zu ihrem Speiseplan. Durch den hohen Nährwert ihrer Nahrung, gerade bei den Gräsern und Kräutern, legt das Murmel besonders schnell eine dicke Fettschicht an. Die Därme sind sehr lang, um so möglichst einen hohen Nutzungsgrad der gefressenen Nahrung zu erlangen. Das Murmeltier frisst die ganze Pflanze, d.h. vollständig mit Wurzel. Der Flüssigkeitsbedarf des Murmeltier wird ausschließlich über die “feste Nahrung” eingenommen. Das Heu in den Bauen dient nur zur Polsterung und nicht als Nahrungsquelle oder Nahrungsvorrat. Ein ausgewachsenes Murmeltier braucht am Tag bis zu 1,2 kg Nahrung bzw. Grünmasse. Die Nahrung wird mit den immer lebenslang nachwachsenden Nagezähnen abgebissen und anschließend mit den Backenzähnen zerkleinert.


Fortpflanzung Murmel


Murmeltier am Bau
Murmeltier am Bau

Die Paarungszeit des Murmeltier ist meist im Mai bis Juni, also kurz nach den Erwachen aus dem Winterschlaf. Wichtig ist es das eine Zeitlich gesehene frühe Paarung stattfindet, da es für die jungen Murmeltiere wichtig ist bis zum Winter eine ausreichende Nahrungsreserve anzufressen, sozusagen den Winterspeck für den Winterschlaf. Wobei man auf den Wiesen bei den Murmeltieren typische Paarungsrituale beobachten kann findet die Paarung in den Kesseln der Winterbauten statt. Die Tragezeit der Murmeltier Weibchen liegt bei ca. 5 Wochen. In einem Wurf werden bis zu sieben Murmeltier Jungtiere geboren, sie sind blind und wiegen nur ca. 30 Gramm.

Erst nach einigen Wochen öffnen die Murmel dann ihre Augen und ebenso brechen ihre Zähne durch bzw. sind erstmals zu sehen. Nach 5 – 7  Wochen sind die jungen Murmeltiere dann soweit, das sie ihren Bau verlassen und oberirdisch in der Sonne spielen. Im ersten Winter stirbt rund 30 Prozent des Nachwuchs, und ihr Gewicht liegt erst bei der hälfte eines ausgewachsenen Murmel. Nach zwei Jahren sind dann die Murmeltiere auch ausgewachsen und geschlechtsreif. Dadurch bedingt das die Aufwachphase der Jungtiere 2 Jahre in Anspruch nimmt tragen die Murmeltier Weibchen auch nur alle zwei Jahre Jungen aus. Murmeltiere erreichen ein alter von bis zu 15 Jahren, was wohl auf  den Schutz der Kolonie zurückzuführen ist.


Winterschlaf Murmel


Murmel am Fels
Murmel am Fels

Murmeltiere sind Höhlenbewohner und verbringen nur rund 10 % ihrer Lebenszeit über Tage. In dem Bau verbringen die Murmel auch ihren Winterschlaf. Der Bau des Murmeltier ist 5 – 7 m lang und führt bis zu 3,5 Meter tief in der Erde. Der Kessel liegt etwas höher damit keine Wässer an der Schlafstelle eintreten können. Bevor das Murmeltier den Winterschlaf beginnt (ca. 5-6 Monate), polstert er den Schlafkessel mit 10 -15 kg Heu aus. Das Heu stellen die Murmel selber her, Gras wird gesammelt und in der Sonne getrocknet. Anschließend wir die Röhre zum Kessel mehrere Meter mittels Erde und Steinen verschlossen. Bevor das Murmeltier den Winterschlaf beginnt, entleeren sie ihren Darm. Das “Feist” anfressen über Sommer und Herbst ist wichtig als Nahrungsreserve für den Winterschlaf.

In einem Kessel liegen dann bis zu 10 Murmel zusammengerollt und haben ihre Lebensfunktion auf ein Minimum runtergefahren um wenig Energie zu verbrauchen. Die Körpertemperatur des Murmeltier sinkt dabei auf ca. 10°C (minimal auf 5°C), der Herzschlag liegt bei ca. 30/min oder weniger und die Atemzüge werden auf 2-3 pro Minute gesenkt. Erst wenn der Kessel eine Temperatur von 12°C erreicht hat tritt der Winterschlaf ein. Sinkt die Kesseltemperatur jedoch unter 5°C, dann wachen die Murmel wieder auf und die Körpertemperatur steigt an. Dies ist ein Schutz der Murmeltiere um Überlebensfähig zu bleiben. Nachdem der Kessel dann wieder aufgeheizt wurde setzten sie ihren Winterschlaf fort. In den sechs monatigen Winterschlaf zerrt das Murmeltier von den angefressenen Reserven aus Sommer und Herbst, dieser Beträgt ca. 1,5kg und ist am Ende der Periode aufgebraucht.






Bejagung des Murmel


Das Murmeltier
Das Murmeltier

Das Fleisch des Murmeltier galt früher als Delikatesse und wurde in vielen Küchen zubereitet. Nicht nur das Fleisch war für die Menschen interessant sondern auch der Pelz des Tieres. Auch der Verkauf von Murmeltieröl brachte vielen ein “Zubrot”. Die Jagd wird als Ansitzjagd oder als Pirsch durchgeführt. Bewährt bei der Murmeljagd haben sich kleine Kaliber wie z.B. die 17. Rem, die 22. Magnum oder die 22. Hornet mit Teilmantelgeschossen.

Da wo die Jagd auf das Murmeltier zulässig ist sind meist Abschusspläne mit begrenzter Anzahl vorhanden. Die Nagezähne werden oft als Hutschmuck gestaltet oder als Voll-Präparat ausgestopft.

Das Murmel im Bundesjagdgesetz:

Das Murmeltier unterliegt dem Jagdrecht, ist jedoch Bundesweit ganzjährig geschont. Ausnahmen kann das jeweilige Land in einer anderen Jagd-& Schonzeit aussprechen.

 


Murmeltiere Kurzübersicht


Allgemeines zum Murmel:

Als Warnung vor Feinden stoßen Sie einen Pfiff aus der bei Gefahr (Steinadler, Uhu, Fuchs) die anderen Familienmitglieder warnen soll. Murmeltiere gelten als echte Winterschläfer. Jeden Winter halten Sie sechs bis acht Monate völligen Winterschlaf in Ihrem durch Steine oder Erde zugeschüttetem Bau, wobei Herzschlag und Atmung sich verlangsamt und die Tiere vollkommen unempfindlich gegenüber Beleuchtung, Berührung oder gar Verletzung sind

  • Größe: Gesamtlänge von 55 bis 80 cm
  •  Gewicht: 5-7 kg

Lebensraum der Murmeltiere:

wachendes Murmeltier
Das Murmeltier in der Natur

u.a. in den Alpen im Hochgebirge, auf Hochalmen und in Kesseln deren Boden sich zum graben von Tunneln eignet. Bevorzugt an Südhängen

Ernährung des Murmeltier:

Wurzeln, Knollen, Kräuter, Gräser, Samen, Früchte (je nach Jahreszeit)

Fortplanzung:

die Bärzeit findet unmittelbar nach dem Winterschlaf statt
nach ca. 5 Wochen setzt die Katze 4 bis 6 völlig hilflose Jungen, die bis Zum verlassen des Baus (ca. Ende Juli) gesäugt werden

Besonderheiten:

Das Murmeltier wurde früher wegen der Heilwirkung seines Murmelfettes bis fast zur seiner Ausrottung gejagt. Heute steht es unter Naturschutz.

Die Bejagung des Murmel

Die Murmeltierjagd ist eine eigenartige Geschichte. Entweder das Waidmannsheil stellt sich sehr schnell ein oder aber man benötigt viel Geduld und viel Geschick. Die Murmeltiere sind sehr aufmerksam und beobachten ihre Umgebung sehr genau. Da sie sich im Almenbereich aufhalten findet der Jäger auch keine Deckung und muss meist über offenes Gelände versuchen, in Baunähe zu gelangen. Am Rande sei erwähnt, dass Murmeltiere in Österreich nicht Murmeltiere, sondern vielmehr Mankeis heißen. Auch die verschiedenen Familienmitglieder haben ihre eigenen Namen. Der Vater ist der Bär, die Mutter ist die Katze und die Jungen sind die Affen. Meist erfolgt die Bejagung mit der Kugelbüchse während des Ansitz oder der Pirsch.


Buchtipp zum Murmeltier


Buchtipp Murmel
Buchtipp Murmel

Murmeltiere: Mankei, Murmandl, Munggen

In der Bevölkerung ist das Murmeltier eine der beliebtesten Wildart überhaupt. Sie schlafen im Winter und erfreuen das Herz des Bergwanderers und des Jägers in den Sommer- und Herbstmonaten. Obwohl sie untertags gut zu beobachten sind, ist über ihre Lebensweise dennoch wenig bekannt. Wovon ernähren sie sich? Wie pflanzen sie sich fort? Das Familienleben, wie sieht es aus? Wie alt werden sie? Welchen Einfluss übt der Steinadler auf sie aus? – Diese und ebenso viele Fragen werden in diesem verständlich geschriebenen und großzügig illustrierten Buch beantwortet.

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Video zum Murmeltier



Bildquellen: wachendes Murmeltier – Wolfgang Dirscherl  / pixelio.de, wachender Murmel – Katharina Wieland Müller  / pixelio.de, Murmeltier – Rudolph Schön  / pixelio.de, Murmel am Bau – Kurt Bouda  / pixelio.de, Murmeltier sitzend – Sommaruga Fabio  / pixelio.de, Murmeltier am fressen – Hans-Christian Hein  / pixelio.de, Murmeltier am Bau – Peter Freitag  / pixelio.de, Murmel am Fels – Joujou  / pixelio.de, Das Murmeltier – georg Haberecht  / pixelio.de, Das Murmeltier in der Natur – Wolfgang Dirscherl





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