Damwild Steckbrief


Damhirsch Dama Dama
Damhirsch (Dama dama)

Ursprünglich stammt das Damwild aus Asien und aus dem östlichen Mittelmeerraum. Das Damwild ist deutlich kleiner als die heimischen Rotwild Arten in der Natur. Auffällig sind die langen Läufe, der lange Wedel mit schwarzer Spitze und ebenso der schwarz umrahmter weißer Spiegel. Neben vielen Farbschlägen von fast weiß über rotbraun, silbergrau bis fast schwarz, gibt es Damwild sogar mit langem Fell, wobei dies ehr die Ausnahme ist. Im Sommer ist das Fell (Decke) der Tiere rotbraun mit Aalstrich und weißen Flecken und im Winter graubraun. Die weißen Flecken der Tiere sind im Winter kaum sichtbar.

Das Damwild kann Aufgrund seiner Lebensweise in Gattern gehalten werden. Daher sieht man die Damtiere gegenüber dem Rehwild auch öfters in der Gatterhaltung. Ebenso wurde vor 2000 Jahren das Damwild schon in Gattern gehalten. Die Hirsche können eine Körperlänge bis zu 180 cm und ein Körpergewicht bis zu 125kg aufweisen. Das weibliche Damwild (Damtier) ist dagegen mit einem Gewicht von ca. 40- 55kg deutlich kleiner.


Damwild Tierstimme:


Damwild – Zoologische Einteilung


Wissenschaftlicher Name Dama dama
Ordnung Paarhufer
Unterordnung Wiederkäuer (Ruminantia)
Familie Hirsche (Cervidae)
Unterfamilie Cervinae
Gattung Damhirsche (Dama)
Art Damhirsch

Steckbrief Damwild (Dama dama)


Lebensalter 15 – 20 Jahre
Lebensraum lichte Wälder,Wiesen, Parklandschaften
Lebensweise Rudeltiere
Gewicht 40 – 120kg
Körperlänge bis 2,10m (Hirsch)
Nahrung pflanzliche Nahrung, Gräser, Kräuter, Knospen, Kartoffeln, Knollen
Paarungszeit / Tragezeit Brunft Okt.-Nov. / 33 Wochen
Geburt 1x / 1-2 Kälber
Merkmale äugt gut, kleiner als Rotwild, helle Flecken im Sommer,

Merkmale und Lebensweise des Damwild


weibliches Damwild
weibliches Damwild

Die Heimat des Damwild sind die Mittelmeerländer und Vorderasien. Im 16. Jahrhundert wurde es aus Zuchtbeständen Dänemarks nach Deutschland wieder eingeführt. Aus diesen Stücken erwuchs Mitteleuropas neue Damwildpopulation. Heute hält es sich vor allem in Großgehegen und Wildgattern aber natürlich auch in freier Wildbahn auf.

Das Tier Damwild mag keine zu dichten Wälder in der Natur. Seiner Lebensansprüche kommt eine offene Parklandschaft entgegen, mit viel Sonne und Weidefläche. Das Damwild ist ein anpassungsfähiger Kulturfolger, das auch mit wenig Wald auskommen kann (ähnlich dem Rehwild). Es ist Kälteempfindlicher als das Tier  Rotwild  oder Rehwild und auch viel zierlicher gebaut. Mildes Klima und günstige Äsungsverhältnisse in einer offenen Landschaft haben dazu geführt, dass das Damwild in Norddeutschland und in Teilen Westeuropas sehr häufig vorkommt. In seiner Urheimat scheint es dagegen fast ausgestorben.

  • Tag- und nachtaktiv, sehr gesellig
  • Die Tiere bilden sogenannte Kahlwildrudel.
  • Junge Damhirsche bilden „Junggesellenrudel“.
  • Alte Hirsche sind oft Einzelgänger.

 


Damwild Körperbau


Damwild im Wald
Damwild im Wald

Der Körperbau des Damwild ist gegenüber dem Reh deutlich größer und schwerer, dennoch gegenüber dem Rotwild kleiner und deutlich leichter. Das Damtier (weibliches Stück) ist kahl (kein Geweih). Es hat eine Schulterhöhe von 0,75 – 1,00 m und eine Körperlänge von ca. 1,4 m, das männliche Stück (Damhirsch) ist dagegen größer. Das Gewicht der Tiere liegt zwischen 40 und 90 kg, wobei der Damhirsch deutlich kräftiger ist.

Das wichtigste Kennzeichen ist die auffallende Fellfärbung, vor allem im Sommer. Die rötlich-braune Oberseite ist mit weißen Fleckenreihen verziert. Im Winter ist die Decke (Fell) deutlich grauer und die Fleckung fällt nicht so stark auf. Gelegentlich kommt auch ganz schwarzes oder weißes Damwild in der Natur vor. Der Strich (Aalstrich) ist auf dem Rücken beiderseits von einer weißen Tupfenlinie begrenzt und der Schwanz (“Wedel”) ist länger als beim Rothirsch. Zwischen Anfang und Mitte September wechselt das Damwild vom Sommer- ins Winterfell.

Das voll ausgebildete Geweih eines alten Damhirsch ist am Ende auffällig verbreitert. Man spricht hierbei von Schaufeln, darum nennt man so einen alten Damhirsch auch Schaufler. In den ersten Jahren ist die Schaufel noch nicht entwickelt. Die wichtigste biologische Funktion dieses Geweihes liegt im Ausfechten und Verteidigen der Rangordnung.


Die Brunft und Fortpflanzung


Damtier mit Kalb
Damtier mit Kalb

Die Fortpflanzungszeit des Damwild nennt man Brunft. Oft hört man im Jägerleben die Begriffe wie z.B. Brunftplatz, Brunftkuhle, Brunftruf usw.

Die Damhirsch legt eine Brunftkuhle an, in die er hineinnässt und sich hinein legt, das locken seine Weiblichen Artgenossen an. Beim Damwild kommt also das Weibliche Stück zum Hirsch. So ziehen die Kahlwildrudel zu ihren männlichen Damhirsch.

Sehr oft wird von Damhirschen und Kahlwild der gleiche Brunftplatz aufgesucht. Die Brunft beginnt in der Regel Mitte Oktober und dauert bis ca Anfang November. Die weiblichen Tiere suchen in kleinen Gruppen die Brunftplätze der stärksten Hirsche auf, werden aber nicht, wie beim Rotwild, vom Hirsch zu einem Rudel getrieben und am Verlassen des Brunftplatzes gehindert.

Nach 33 Wochen setzt das Damtier ein Kalb, meist im Monat Juni. Selten kommt es vor, das sogar 2 oder 3 Kälber gesetzt werden. Die Lebenserwartung des Damwild liegt in freier Wildbahn bei ca. 15- 20 Jahre, wobei die meisten Damhirsche ab dem 8. Lebensjahr ihr Geweih deutlich zurücksetzen
Der Damhirsch ist ein Wiederkäuer und äst ausschließlich pflanzliche Nahrung wie Gräser, Kräuter, Blätter, Pilze, junge Triebe, Kastanien aber auch Baumrinde. Die Nahrung ist grundsätzlich sehr wasserhaltig, so dass Damhirsche auch in der Lage sind, ohne Wasser auszukommen.


Weitere Details zusammengefasst:

Damhirsch im Wald
Damhirsch im Wald
  • das Damwild steht in der Brunft (Oktober-November) nicht nach Geschlechtern getrennt zusammen.
  • Entweder besetzt der Damhirsch ein Brunftterritorium oder versucht wie Rotwild sich eine Gruppe Dam-Tiere als Harem zu halten. Dieses Verhalten richtet sich nach der örtlichen Populationsdichte.
  • Der Damhirsch schlägt mit den Läufen eine Brunftkuhle, in die er uriniert und sich dann oft darin suhlt. Dieses Territorium wird stark gegen andere Hirsche verteidigt. Durch den intensiven Geruch und dem eintönigen Rufen, werden Damtiere angelockt.
  • Die Tragzeit beträgt ca. 230 Tage und das Tier setzt meist ein, sehr selten zwei Kälber.
  • die Damtiere sondern sich zum setzten vom Kahlwildrudel ab.
  • Die Kälber folgen erst mit 2-3 Wochen der Mutter.
  • Die Kälber werden 8-9 Monate gesäugt.
  • als Jährlinge können junge Damtiere bereits ein Kalb setzen
  • ab ca. 4 Jahren nimmt der Damhirsch bei der Brunft erfolgreich teil
  • Während der Brunft nehmen die Damhirsche wenig Nahrung auf und verlieren demnach in dieser Zeit viel Gewicht.

 


Die Reihenfolge der Geweihformen eines Damhirsches lautet:


Spießer- Knieper- Löffler- Angehender Schaufler- Schaufler (auch Vollschaufler oder Hauptschaufler)

Damwild Rudel
Damwild Rudel

In den Monaten März – April wirft der Damhirsch sein Geweih ab. Ähnlich wie bei Rothirschen erfolgt der Abwurf um so früher, je älter die Hirsche sind. Dieses ist von der Natur vorgegeben. Hiernach wächst das neue Geweih mit einer schützenden Basthaut neu. Die Basthaut wird nach Abschluss der Wachstumsfase gefegt (Abgerieben). Bei der Größe des wachsenden Geweihs spielen viele Faktoren eine Rolle. Hauptsächlich sind es Äsungsverhältnisse, Alter und auch Vererbung. Beim Damhirschkalb sind die Stirnbeinfortsätze, die als Rosenstöcke bezeichnet werden, bis zum Februar des auf die Geburt folgenden Jahres ausgebildet.

Damhirsche verfügen über einige Duftdrüsen, deren Signale eine wichtige Rolle im Sozialleben spielen. Vor allem der Gesichts- und Geruchssinn sind sehr gut ausgeprägt. Das ganze Jahr über sind Damwildrudel anzutreffen wobei die alten Damhirsche Einzelgänger sind. Im Rudel herrscht ein gutes Sozialverhalten.

  • Das Geweih kann bis zu 70cm lang werden
  • wird also im März/April abgeworfen
  • neu geschobenes Geweih wird Ende August verfegt
  • typisch ist das Schaufelgeweih
  • je nach Alter des Damhirsches gibt es verschiedene Geweihstadien
  • z.B. Spießer, Knieper, Löffler, angehender Schaufler und Schaufler

 

Damtiere im Wald


Hochsitz im Wald
Hochsitz im Wald

Damwild verursacht Verbissschäden, Schälschäden, Fege- und Schlagschäden an Wald- und Feldkulturen, Gartengewächsen, Obstbäumen und anderen Anbauten. Bejagt wird das Wild meist durch Pirsch, Ansitz- und Drückjagd und weitere Jagd Arten. Der einzig gebliebene natürliche Feind ist der Wolf, der jedoch auch sehr rar geworden ist. Die Damtiere sind einer der wenigen Wild-Arten die in Gehegen gehalten werden können. Dies ist bei Rehe nicht möglich. Jedoch sind auch hier besondere rechtliche Dinge zu beachten.

Damwild im Bundesjagdgesetz

Jagdzeit:

  • Kälber: 1. September – 28. Februar
  • Schmalspießer: 1. Juli – 28. Februar
  • Schmaltiere: 1. Juli – 30. Januar
  • Hirsche und Alttiere: 1. September – 30. Januar

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Video zum Damwild



Bildquellen: Damhirsch (Dama dama) – Bernd Kasper  / pixelio.de, weibliches Damwild – Johannes Heide  / pixelio.de, Damwild im Wald – Andreas Locke  / pixelio.de, Damtier mit Kalb – Andreas Depping  / pixelio.de, Damhirsch im Wald – Petra Bork  / pixelio.de, Damwild Rudel – Susanne Schmich  / pixelio.de, Hochsitz im Wald – Rainer Sturm  / pixelio.de, 

 

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