Sikawild Steckbrief

Sikawild Steckbrief


Sikawild im Winterhaar
Sikawild im Winterhaar

Das Sikawild (Cervus nippon) hat ein Stangengeweih bis zum Achter und  selten bis zum Zehner. Es wechselt zweimal jährlich das Haarkleid. Im Sommer ähnelt es dem Damwild. Sommerfärbung = rostbraun mit weißen Flecken und die  Winterfärbung = dunkelbraun ohne Fleckung. Der Lebensraum des Sikawild ist die Wald- und Mittelgebirgsregionen. Die Tierart ist sehr Standorttreu und klimahart und lebt dazu gesellig in Rudeln. Obwohl es dichte, unterholzreiche Wälder bevorzugt, ist es nicht auf dieses Biotop beschränkt. Die Tragezeit liegt bei ca 7,5 – 8 Monaten. Seine pflanzliche Nahrung besteht aus Gräsern, Blättern und Kräutern, wobei es im Gegensatz zum Rothirsch nicht so raufaserige Kost zu sich nimmt.


Sikawild – Zoologische Einteilung


Wissenschaftlicher Name Cervus nippon
Ordnung Echte Hirsche (Cervini)
Unterordnung Wiederkäuer (Ruminantia)
Familie Hirsche (Cervidae)
Unterfamilie Cervinae
Gattung Edelhirsche (Cervus)
Art Sikahirsch





Sikawild (Cervus nippon) – Steckbrief


Lebensalter bis 10 Jahre in freier Wildbahn
Lebensraum Wald- und Mittelgebirgsregionen
Lebensweise Lebt gesellig in Rudeln
Gewicht männlich 45 – 70 kg / weiblich 30 – 40 kg
Körperlänge 1,2 – 1,5 m
Nahrung Knospen und Triebe, Blätter, Beeren, Früchte und Eicheln
Paarungszeit / Tragezeit Brunft Oktober – November / 7,5 – 8 Monate
Geburt Juni / 1 Kitz
Merkmale Stangengeweih, bis zum Achter, selten Zehner
Wechselt zweimal jährlich das Haarkleid
Sommerfärbung = rostbraun mit weißen Flecken
Winterfärbung = dunkelbraun ohne Fleckung

Beschreibung des Sikawild


Sikawild
Sikawild

Der Sikahirsch gehört innerhalb der Familie der Hirsche (CERVIDAE) zur Unterfamilie der Echthirsche (CERVINAE), zu denen auch Davidhirsch, Schweinshirsch, Axis, Damhirsch, Weißlippenhirsch, Pferdehirsch, Rothirsch, Wapiti, Zackenhirsch, Leierhirsch und Schomburgki gehören.

Sikawild ist ein Kulturfolger, der aus Ostasien stammt, und sich äußerst gut an seinen Lebensraum anpasst. Wurde vorerst vor allem in England in Gattern gehalten und wurde später auch ausgesetzt. Auch einige deutsche Gebiete werden vom Sikawild bewohnt. Sikawild kommt in hierzulande nur in geringen Beständen vor. Oft findet man es jedoch in Wildgehegen.

Die Ernährung ist der des Rotwildes ähnlich, neben Gräsern, Knospen und Zwergsträuchern „lieben“ sie Beeren.

Ihre Anpassungsfähigkeit beeinflusst auch ihre Lebensweise. Je nach dem, wie es in ihrem Revier möglich ist, sind entweder tag- oder nachtaktiv.

Große Rudel gibt es beim Sikawild nicht, Hirsche gehen am liebsten allein, Kahlwild lebt oft in kleineren Gruppen.

Ähnlich wie Rotwild suhlt auch das Sikawild gerne. Sie sind sehr Winterhart, auch extreme Kälte macht ihnen meist nichts aus. Bei der Flucht springt das Sikawild Prellsprünge, dabei ist der Spiegel (weißes Fell am Hinterteil) besonders gut zu erkennen. Feinde sind, falls auch im Revier, der Wolf, und für die Jungtiere Füchse, Uhu oder Luchs. In der Regel wird Sikawild an die 7 Jahre alt, kann aber bis 14 Jahre alt werden.

Verglichen mit dem nah verwandten Rotwild sind Sikahirsche weniger gesellig. Größere Rudel bilden sich nur in der Paarungszeit. Ansonsten leben die Tiere in kleineren Familienverbänden oder lockeren Trupps zusammen. Ältere Hirsche ziehen meist als Einzelgänger umher.






Fortpflanzung und Brunft


Sikahirsch
Sikahirsch

Während der Brunft (Oktober und November) verteidigen die Sikahirsch ihre Brunftterritorium und das Kahlwildrudel.  Es kommt auch zu Kreuzungen zwischen Sikawild und dem ähnlichen Rotwild. Im Oktober/November setzt das Brunftgeschehen ein. Vom Hirschen sind nun schrille Pfeiflaute zu vernehmen. Die Brunftrudel sind relativ klein. Rivalisierende Auseinandersetzungen sind äußerst selten. Der Brunftplatz liegt im unzugänglichen, dichten Gelände. Die Tragezeit beträgt 7,5 – 8 Monate. Vor dem Setzen wird das Schmaltier oder der Schmalspießer abgeschlagen. Es wird im Regelfall ein Kalb gesetzt. Nach kurzer Zeit finden sich die Alttiere mit ihren Kälbern wieder in Rudelverbänden zusammen.


Das Geweih des Sikahirsch


Das Geweih ist im Verhältnis zu anderen Cerviden schwach ausgeprägt. Geweihstufen sind Spießer, Gabler, Sechser, Achter. Geweihstufen über das Achtergeweih hinaus sind äußerst selten. Die Enden zeigen nach innen und sind nach oben gerichtet. Vom 3. Kopf an wirft der Hirsch im April ab. Das neue Geweih wird bis Mitte Juni geschoben und im August gefegt. Der Höhepunkt in der Geweihentwicklung liegt um den 7. bis 8. Kopf.


Was sagt der Jäger über das Sikawild?


Junger Sikahirsch
Junger Sikahirsch

Für das Sikawild werden unter den Jägern unter anderem folgende Begriffe verwendet:

  • Spiegel: helle (weißliche) Fellfärbung am Hinterteil der Hirschartigen (Cerviden)
  • Wedel: Schwanz
  • Aalstrich: schwarzer Strich entlang der Rückenlinie
  • Kolbenhirsch: Hirsch während der Geweihbildung, Geweih im Bast
  • Bast: fellartige Haut, die die Geweihstangen während des Wachstums umgibt (auch bei anderen Hirschartigen)
  • Fegen: Abreiben des Bastes vom Geweih nach Abschluss des Geweihwachstums (auch bei anderen Hirschartigen)
  • Spießer: Hirsch mit einem Geweih ohne Verzweigung, in der Regel ein zweijähriger Hirsch (Schmalspießer)
  • Beihirsch: rangniederer Hirsch bei einem Brunftrudel
  • Kahlwild: weibliches Sikawild und Kälber (haben keinen Kopfschmuck/Geweih)





Buchtipp zum Sikawild


Sikawild - Ansprechen und Bejagen
Sikawild – Ansprechen und Bejagen

Sikawild – Ansprechen und Bejagen:

Ausgewachsenes Sikawild hat, wie die anderen Schalenwildarten in Deutschland, nur den Mensch als Feind, der dessen Bestand im Rahmen der Jagd reguliert. Frischgesetzte Jungtiere könne auch von Raubsäugern, Wildschweinen oder Greifvögeln erbeutet werden.

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Video über das Dam- & Sikawild


 


Bildquellen: Sikawild im Winterhaar – Harald Schottner  / pixelio.de, Sikawild – Kurt F. Domnik  / pixelio.de, Sikahirsch – Kurt F. Domnik  / pixelio.de, Junger Sikahirsch – Sven Richter  / pixelio.de





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