Elchwild Steckbrief


Elchbulle
Elchbulle

Elche sind ein Problem für den Straßenverkehr. Jährlich sterben zahlreiche Menschen bei Verkehrsunfällen mit Elchen. Meistens gebärt eine Elchkuh pro Jahr nur ein einziges Kalb. Die Elche gehören zu dem Haarwild – Hochwild. Der Elch ist der größte heute vorkommende Hirsch.

Sein Lebensraum erstreckt sich über Eurasien und Nordamerika. Der weibliche Elch heißt Elchin oder Elchkuh, der männliche wird Elchhirsch, oder auch „Schaufler“ genannt. Jungtiere heißen (Elch-)Kälber. Das Elchwild gehört dem Haarwild an. Bei uns in Deutschland gibt es den Elch nicht mehr in freier Wildbahn, jedoch in Norwegen, Schweden und Finnland ist er noch vertreten.


Tierstimmen des Elchwild:


Elchwild – Zoologische Einteilung


Wissenschaftlicher Name Alces alces
Ordnung Paarhufer
Unterordnung Wiederkäuer (Ruminantia)
Familie Hirsche (Cervidae)
Unterfamilie Trughirsche (Capreolinae)
Gattung Alces
Art Elch





Steckbrief Elchwild


Lebensalter 15 – 18 Jahre in freier Wildbahn
Lebensraum ruhige Wälder, unebenes, schwergängiges Gelände
Lebensweise Einzelgänger
Gewicht bis 800kg
Körperlänge bis 3m
Nahrung Wasserpflanzen,Pappeln, Birken und Weiden, Blaubeerreisig, Besenheide und junge Kieferntriebe
Paarungszeit / Tragezeit Brunft im Herbst / 226 bis 264 Tage
Geburt 1 Kalb
Merkmale sehr Menschenscheu, Aalstrich, deutlich dunkel abgesetzte Ringe am Schwanz

Beschreibung des Elchwild


Elchkuh
Elchkuh

HENRY DAVID THOREAU, ein Schriftsteller aus dem 19. Jahrhundert, beschrieb den Elch einmal als überaus grotesk und unansehnlich und fragte, warum er denn so hohe Schultern und einen so langen Kopf haben muss. Mit seiner Einschätzung steht Thoreau nicht allein da. Ist dieser ungewöhnliche Einzelgänger, den man in freier Natur eher selten zu Gesicht bekommt, tatsächlich so ungelenk und dümmlich, wie er auf manche wirkt? Forscher in Nordamerika, Europa und Asien haben viele Details über diesen urigen Gesellen herausgefunden.

Dass der Elch, der „König des Waldes“, ein richtiger Riese ist, wird niemand bestreiten. Mit seinen langen Beinen macht er vielleicht einen unbeholfenen Eindruck, doch er kann damit ein ganzes Rudel Wölfe abwehren. Elche lernen schon innerhalb der ersten paar Tage nach der Geburt schwimmen. Man hat beobachtet, wie die Tiere kilometerlange Strecken im Wasser zurücklegten oder bis zu 6 Meter tief tauchten, um an Wasserpflanzen zu kommen.

  • Klasse: Säugetier
  • Nahrung: Zweige, Blätter, Wasserpflanzen
  • Höchstgeschwindigkeit:55 Kilometer pro Stunde
  • Größe: 1,5 bis 2 Meter Schulterhöhe
  • Gewicht: bis etwa 800 Kilogram

Der Elch und seine Sinnesleitung


Elch auf der Straße
Elch auf der Straße

Der Elch kann seine Augen so bewegen, dass er, ohne den Kopf zu drehen, fast im 360-Grad-Winkel Bewegungen erkennt. Auch die Nase leistet ihm perfekte Dienste. Da die Nasenlöcher weit auseinanderliegen, kann er, wie Forscher meinen, Objekte sogar dreidimensional orten. Der Gehörsinn ist ein weiterer Pluspunkt. Der Elch kann seine Ohren in alle Richtungen bewegen und so über eine Entfernung von bis zu 3 Kilometern mit seinen Artgenossen kommunizieren.

Elchkälber, die ein Autor einmal als witzig-süße Kerlchen beschrieb, sind oft neugierig und unbekümmert. Ihre Mütter, die Elchkühe, beschützen die Kleinen und kümmern sich treu und rührend um sie. Kommen Wölfe, Bären oder auch Menschen zu nahe, werden sie sofort attackiert. Wenn das Kalb etwa ein Jahr alt und die Mutter wieder trächtig ist, verjagt sie den Jährling energisch aus ihrer Umgebung, und er muss sich allein durchschlagen.






Lebensraum des Elchwild


Elchwiese
Blick auf einer Elchwiese

Der Elch bevorzugt unebene und schwergängige Gelände. Flache und hindernislose Gebiete werden von ihm selten genutzt. Sie nutzen ganzjährig ein Territorium von bis zu 1500 Hektar. Der Elch kommt im ganzen arktischen Raum vor (holoarktisch). Erdgeschichtlich ist der Elchhirsch noch recht jung. Erst gegen Ende der letzten Eiszeit bildete sich die heute heutige Form seiner Schaufeln aus. Sein Vorläufer der Breitstirnelch besaß fast die doppelte Körpermasse der größten heutigen Alaskaelche.

Er war damals bis in die Alpen und den Kaukasus verbreitet. Noch vor einigen tausend Jahren war ganz Deutschland von Elchen besiedelt. Sie kommen heute in Nordeuropa, Sibirien, Kanada, Alaska und Nordasien vor.


Die Nahrung


Elche fressen überwiegend sehr energiereiche Nahrung, wie junge Baumtriebe und Wasserpflanzen. Sie mögen auch gerne Pappeln, Birken und Weiden. Im Herbst und Winter fressen sie auch Blaubeerreisig, Besenheide und junge Kieferntriebe. Elche äsen besonders in den Sommermonaten sehr intensiv, um sich dabei eine umfassende Fettschicht anzulegen, von der im Winter gezehrt werden kann.


Fortpflanzung der Elche


Die Paarung findet an den sogenannten Brunftplätzen statt. Die Paarung selbst dauert nur 2-3 Sekunden lang. Die Tragezeit dauert etwa 8 Monate. Meistens wird ein einziges Tier geboren, aber auch Zwillinge sind keine Seltenheit. Wenige Tage vor der Geburt vertreibt die Elchin das letztjährige Kalb. Für die Geburt sucht sie eine einsame, geschützte Stelle im Wald. Nun sind ist die Elchin sehr gefährlich. Das Kalb ist kurz nach der Geburt etwa 80 Zentimeter groß und wiegt 10 bis 15 Kilogramm. Die Mutter säugt das Kalb bis zu achtmal am Tag. Elchhirsche erhalten ihr erstes Stangengeweih mit 1,5 Jahren, welches sich in den Folgejahren zu einem typischen Schaufelgeweih auswächst. Nach ca. 6 Jahren haben Elche ihre volle Größe erreicht und nach weiteren 2 Jahren hat auch ihr Geweih den maximalen Umfang. Elche erreichen ein Alter von ca. 25 Jahren.


Überleben der Elche im rauen Norden


Wie überleben Elche als reine Pflanzenfresser die kalten Winter? Zum Teil dadurch, dass sie sich schon in der wärmeren Jahreszeit tüchtig vollschlagen. Sie verspeisen täglich bis etwa 20 Kilo Grünzeug, ob es in 3 Meter Höhe wächst oder unter Wasser. In den vier Kammern ihres Magens wird das Futter gut ausgewertet: Die nötigen Nährstoffe werden herausgezogen und Fettpolster angelegt. Im Winter nicht zu verhungern ist aber nicht die einzige Herausforderung für den Elch.

Eiseskälte und tiefer Schnee bilden für die Tiere einen Härtetest. Sie versuchen, sich im Winter möglichst wenig zu bewegen, damit sie über ihren perfekt angepassten Fellmantel nicht zu viel Wärme verlieren. Im Schnee einem Wolf zu entkommen ist nicht gerade einfach, doch eine noch größere Gefahr geht besonders von Jägern und Autofahrern aus.

Elche sind scharf auf die Mineralien in dem Streusalz, das auf vielen Autobahnen im Norden ausgebracht wird. Da sie sich jedoch gern nach Sonnenuntergang auf die Straßen wagen, wird ihnen ihr dunkles Fell nicht selten zum Verhängnis. Autofahrer entdecken die Tiere zu spät, und es gibt immer wieder Kollisionen, die für beide Seiten tödlich enden können.


Elche – Verspielte Gesellen


Hochsitz in der Natur

Man hat Elche schon beim Spiel mit den Meereswellen und beim genüsslichen Bad in warmen Quellen gesehen. In der Paarungszeit sind Zärtlichkeiten zwischen Kühen und Bullen zu beobachten, und die treue Fürsorge der Mütter für ihre Kleinen geht richtig zu Herzen. Elchkälbchen, die von Hand aufgezogen werden, können zu Menschen eine so enge Bindung entwickeln wie zu ihrer Mutter. Der Zoologe Dr. Valerius Geist schrieb: „Dieses seltsame Tier mit dem unansehnlichen Gesicht, kann ziemlich schlau, anhänglich und extrem loyal sein.

Zum Schluss noch ein Wort zur Vorsicht: Elche sind starke, kräftige Tiere. Bekommt man also einen in freier Wildbahn zu Gesicht, sollte man ihm mit dem nötigen Respekt begegnen und auf sichere Distanz gehen — besonders wenn ein Junges in der Nähe ist. Aber man kann ja diesen urigen Riesen auch aus sicherer Entfernung bestaunen.






Hier noch einige Merkmale zum Elch


  • Nur den männlichen Elchen wächst ein Geweih. Das Geweih dient jedoch nicht als Waffe gegen Fressfeinde, sondern beim Kampf mit den Artgenossen zur Imponierung der Weibchen. Im Frühjahr nach der Brunftzeit fällt das Geweih ab, und wächst bis zur nächsten Brunft wieder nach. Ursprünglich stammen Elche aus Zentralasien und verbreiteten sich von dort aus über die Nadelwälder auf der gesamten Nordhalbkugel.Elche dürfen nicht mit Rentieren verwechselt werden. Beide gehören zwar zur Familie der Hirsche, unterscheiden sich aber in Aussehen (Elche werden deutlich größer und schwerer) und Verhalten (Rentiere sind Herdentiere, Elche sind Einzelgänger) merklich voneinander.
  • Wasserpflanzen werden von Elchen bevorzugt gefressen.
  • Weltweit wird die gesamte Elchpopulation auf ca. 2,5 Mio. Individuen geschätzt. Damit sind Elche nicht vom Aussterben bedroht. Die größten Populationen leben in Alaska und Skandinavien.
  • Elche sind ein Problem für den Straßenverkehr. Jährlich sterben zahlreiche Menschen bei Verkehrsunfällen mit Elchen.
  • Meistens gebärt eine Elchkuh pro Jahr nur ein einziges Kalb.
  • Elche sind Einzelgänger, die nur zur Paarungszeit mit anderen Elche durch die Landschaft streifen.
  • Als exzellente Schwimmer und Taucher können Elche sogar unter Wasser fressen. Dafür klappt der Elch einfach seine Nasenlöcher zu und hält die Luft an.

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Bildquellen: Elchbulle – wolfgang teuber  / pixelio.de, Elchkuh – Petra Dirscherl  / pixelio.de, Elch auf der Straße – Helmut J. Salzer  / pixelio.de,  Elchwiese – Paul Marx  / pixelio.de





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