Baummarder Steckbrief

Baummarder Steckbrief


Steckbrief Baummarder
Der Baummarder

Der Baummarder oder Edelmarder ist eine Raubtierart aus der Gattung der Echten Marder innerhalb der Familie der Marder. Er lebt in Europa und Westasien und ist ein Waldbewohner. Wie bei allen Marderartigen ist der Baummarder Rüde größer als die Fähe. Typisch und ein Erkennungsmerkmal ist sein kastanienbrauner, seidig glänzender Balg mit einem abgerundeten gelben Kehlfleck. Die Nahrung reicht über Kleinnager, Eier, Insekten, Beeren, Vögel bis hin zu Wald- & Schneehasen. Die Ranzzeit beginnt im Juli/August. Der Baummarder bringt nach 8 Monaten incl. Eiruhe 4-5 Jungtiere zur Welt.


Baummarder Tierstimme:


Baummarder – Zoologische Einteilung


Wissenschaftlicher Name MARTES MARTES
Ordnung HUNDEARTIGE (CANOIDEA)
Unterordnung MARDERVERWANDTE (MUSTELOIDEA)
Familie MARDER (MUSTELIDAE)
Unterfamilie MARTINAE
Gattung ECHTE MARDER (MARTES)
Art BAUMMARDER





Steckbrief Baummarder (martes martes)


Lebensalter BIS 10 JAHRE
Lebensraum WÄLDER, HECKEN
Lebensweise WALDBEWOHNER
Gewicht 850 – 1900 G
Körperlänge 41 – 52 CM
Nahrung KLEINE SÄUGETIERE, VÖGEL, GELEGE, BEEREN, FRÖSCHE, SCHNECKEN, INSEKTEN
Paarungzeit / Tragezeit RANZ JUN.- AUG. / 8 MONATE
Geburt 1WURF / 3 – 6 JUNGE IM APRIL
Merkmale GEGENÜBER DEM STEINMARDER NICHT IN SIEDLUNGSNÄHE DES MENSCHEN

 


Baummarder – Merkmale und Lebensweise


Baummarder (martes martes)
Baummarder (martes martes)

Dieses zu den Edelmardern gehörende Tier ist dem Steinmarder sehr ähnlich. Die Kehle ist meist gelblich und am Unterrand fleckenartig aufgelöst. Die Oberseite ist scheinbar brauner. Er hat die Sohlen stark behaart, dies ist ein Unterscheidungsmerkmal zum Steinmarder. Der Schwanz oder auch Rute genannt ist stark buschig und dient dem Tier als Gleichgewichtsorgan beim Klettern und Springen. In Regel sind die Männchen (Rüde) bis zu 1/3 schwerer und auch etwas größer als das Weibchen (Fähe). Obwohl der Baummarder wegen seines Pelzes stark verfolgt wurde, sieht es so aus, als hätte der Bestand zugenommen.

Sie können ausgezeichnet gut klettern und springen, wobei sie eine Hürde bis zu 4 Metern überwinden können. Außerdem können sie bei ihrem Klettersport die Beine bis zu 180° verdrehen. Das Revier des Baummarders wird stets durch Anal- und Abdominaldrüsen markiert, wobei es von weiblichen Tieren überlappen kann. Auf der Jagd fasst sich der Baummarder kleine Säugetiere und Vögel bis etwa Hühnergröße, aber auch Beeren, Obst, Bucheckern sowie Gelege anderer Tierarten. Baummarder bewohnen Baumhöhlen, große Nistkästen und ebenso auch einige Eichhörnchenkobel. In diese Ruheplätze zieht er sich tagsüber zurück und geht in der Dämmerung  und Nacht auf Nahrungssuche (nachtaktives Tier). Auch in höheren Gebieten bis zu den Baumgrenzen ist der Edelmarder zu finden.

Die Paarung & Ranz

Schlafender Baummarder
Baummarder am schlafen

Baummarder leben außerhalb der Ranz singulär und bejagen ein markiertes Streifgebiet, das gegen Artgenossen des gleichen Geschlechts verteidigt wird. Auf seinen nächtlichen Streifzügen bewegt er sich sowohl auf dem Boden als auch kletternd und springend in den Baumkronen.

Von Juni bis August ist die Paarungszeit. Die jungen Welpen werden jedoch erst im darauf folgenden Jahr April geboren. Die 3-6 Welpen bleiben etwa acht Wochen lang im Nest bevor sie anfangen herumzuklettern. Mit 12 – 16 Wochen werden die Jungen selbstständig und mit rund 14 Monaten geschlechtsreif. In freier Wildbahn beträgt das Lebensalter bis zu 10 Jahren wobei sie in Gefangenschaft bis zu 16 Jahre alt werden können. Die Bezeichnung des “Edelmarders” kommt daher, da der Pelz des Baummarders beliebter als der des Steinmarder war.






Paarung & Fortpflanzung des Baummarder


Die Paarung erfolgt im Hochsommer, aber die Tragzeit wird durch eine Verzögerung der Keimentwicklung meist so weit hinausgeschoben, dass die Jungen erst im April zur Welt kommen. Ihre Entwicklung gleicht dem Steinmarder: Junge Baummarder sind bei der Geburt etwa zehn Zentimeter lang. Meistens befinden sich drei Junge im Wurf. Sie bleiben acht Wochen lang im Nest, bevor sie umherzuklettern beginnen. Mit 12 bis 16 Wochen sind sie selbständig, bleiben aber manchmal noch bis zum nächsten Frühling in der Nähe der Mutter. Im zweiten Lebensjahr, mit rund 14 Monaten, werden sie geschlechtsreif, pflanzen sich aber oftmals erst im dritten Lebensjahr erstmals fort. Baummarder können bis zu sechszehn Jahre alt werden, sterben aber in freier Wildbahn meistens vor dem zehnten Lebensjahr.


Unterschiede Baummarder zum Steinmarder:

  • behaarte Sohlen
  • dunkle Nase
  • leichter aber größer als der Steinmarder
  • gelblichen ungegabelten Kehlfleck
  • Wald & Baumbewohner

Baummarder im Bundesjagdgesetz

  • Jagdzeit: 16. Oktober – 28. Februar

Unterschiede Steinmarder vs. Baummarder


 

Steinmarder Baummarder
Kopf- und Rumpflänge 37 – 52 cm 41 – 52 cm
Gewicht 700 – 2000g 850 – 1900 g
Fellfarbe graubraun kastanienbraun
Nasenspiegel fleischfarben dunkel
Pfotenbehaarung wenig behaart stark behaart
Lebensraum Offenland, Siedlungsbereich zusammenhängende Wälder und Hecken
Lebensweise Kulturfolger Waldebewohner
Kopfform abgerundet zugespitzt





Jagdliche Fragen zum Baummarder


1.Wie ist das Verbreitungsgebiet des Baummarders?

Baummarder-Jungtier_by_Ilona-Laufersweiler_pixelio
Baummarder Jungtier

Ganz Westeuropa einschließlich der britischen Inseln (dazu mit Ausnahme Südspaniens) bis nach Westsibirien. Seine südliche Verbreitungsgrenze in West- und Mitteleuropa fällt mit dem 40°, seine nördliche mit dem 65° Breitengrad zusammen.

2. Welchen Landschaftstyp bewohnt der Baummarder?

Der Baummarder ist weitgehend an größere Wälder gebunden. Ebenso bevorzugt werden von ihm die Altholzbestände.

3.Woran unterscheidet sich das Gebiss des Baummarder zu einem Steinmarder?

Im Oberkiefer ist der P3 beim Steinmarder außenseitig konvex, beim Baummarder konkav geformt. M1 im Oberkiefer zeigt beim Steinmarder backenseitig eine Einziehung, während die gleiche Fläche sich beim Baummarder backenseitig vorwölbt.

4.Wie unterscheiden sich die beiden Marderarten im Balg?

Der Baummarder: Die Balggrundfärbung ist kastanienbraun und der Kehlfleck ist gelbrot selten weißlich und immer unten abgerundet. Die Brantenunterseiten sind immer dicht behaart. Der Steinmarder dagegen hat eine graubraune Balggrundfärbung, den Kehlfleck weiß und immer unten tief gegabelt. Die Brantenunterseie sind unbehaart.

5.Welche Nahrung bevorzugt der Baummarder?

Es gehören pflanzliche und fleischliche Nahrung zu dem Spektrum. Dazu gehören Kleinnager und Säugetiere bis Hasengröße. Vögel bis Auerhuhngröße, Eier, Insekten, Amphibien,Beeren, Obst.

6.Wann ranzt der Baummarder?

Die Ranzzeit beginnt meist im Juli und August.

7.Wie lang ist die Tragezeit des Baummarders?

Die Tragezeit liegt bei mit der Eiruhe bei ca. 9 Monate.

8.Wie kommen die Jungen zur Welt?

Die Jungen kommen zuerst blind und als Nesthocker zur Welt. Sie sind nur wenig behaart.

9.Darf man einen Baummarder bejagen?

Ja, jedoch hat er in einigen Bundesländer eine ganzjährige Schonzeit.






Auf-Jagd Buchtipp zum Baummarder


Baummarder Buchtipp
Baummarder Buchtipp

Marder, Iltis, Nerz und Wiesel sind flinke Tiere und schnelle Jäger. Sie sind – vielleicht mit Ausnahme des Steinmarders, der sich häufig auch in Siedlungsräumen aufhält und da ab und zu gar für Ärger sorgt – schwierig zu beobachten. Dies mag mit ein Grund dafür sein, dass vielerorts wenig Wissen über Bestände der verschiedenen Arten vorliegt. Außer bei Steinmarder und Mink gibt es für alle andern Arten nach wie vor viele Hinweise auf einen Rückgang. Sie wurden deshalb auf europäischer Ebene in verschiedene Listen für beschränkte Nutzung oder absoluten Schutz aufgenommen.

Dieses Buch will Wissenslücken schließen und die kaum sichtbaren Mitbewohner unserer Kulturlandschaft vorstellen. Informationen über zum Beispiel ihre Lebensweise und Lebensräume, die Fortpflanzung, Ernährung und Jagdstrategien werden ergänzt mit Geschichten rund um das Zusammenleben mit dem Menschen: über die Jagd auf die Tiere um ihrer Pelze willen, Forschungserlebnisse, Partnerschaften und Konflikte im Siedlungsraum und die Gefährdung und Schutzbemühungen in neuster Zeit.


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Bildquelle: Baummarder schlafend by Helmut J. Salzer  / pixelio.de, Baummarder Jungtier by Ilona Laufersweiler / pixelio.de

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