Feldhase Steckbrief

Feldhase Steckbrief


Feldhase auf der Wiese
Feldhase auf der Wiese

Der Feldhase (Lepus europaeus) stammt ursprünglich aus der Steppenlandschaft und lebt heute in unserer Kulturlandschaft. Dort bevorzugt er strukturreiche Agrarlandschaften mit Feldgehölzen, Ackerrandstreifen und Brachflächen, die ihm Nahrung und Versteckmöglichkeiten vor Feinden bietet. Durch die Intensivierung in der Landwirtschaft verliert der Feldhase an Lebensraum und Nahrungsangebot: Äcker werden vollständig abgeerntet und Felder so angelegt, dass sie dem Feldhasen keine Versteckmöglichkeiten mehr bieten. Neue Gewerbe- und Siedlungsgebiete machen ihm das Leben zusätzlich schwer. Zu seinen natürlichen Feinden gehören Wildschweine, Füchse sowie Greif- und Rabenvögel.


Feldhase Tierstimmen:


Feldhase – Zoologische Einteilung


Wissenschaftlicher Name Lepus europaeus
Ordnung Hasenartige (Lagomorpha)
Unterordnung
Familie Hasen (Leporidae)
Unterfamilie
Gattung Echte Hasen (Lepus)
Art Feldhase





Feldhase Steckbrief


Lebensalter bis 12,5 Jahre
Lebensraum offene bis halb offene Landschaften und lichte Wälder, bis 2500m Höhe
Lebensweise Jahresehe
Gewicht 2,5 – 6,4 kg
Körperlänge 42 – 68 cm
Nahrung Gräser, Käuter, Wurzeln, Äste, Baumrinde
Paarung / Tragezeit Jan. – Okt. / ca. 42 Tage
Geburt 3-4 Würfe / 1-5 Junge

 


Lebensraum des Feldhasen


Feldhase liegend
Feldhase liegend

Der Feldhase war früher in Spanien, Italien und Griechenland beheimatet. Dann wurde der Feldhase als beliebtes Jagdtier in ganz Europa eingebürgert. Als ursprünglicher Steppenbewohner treffen wir den Feldhase heute vor allem auf Feldern und Wiesen, besonders in milden und nicht zu feuchten Gebieten. In der Bundesrepublik wurden jährlich ca. 1 Mio. Hasen geschossen. Rund 180.000 sterben den Mähtod. Moderne intensive Landwirtschaft und zunehmende Agrarwirtschaft haben wohl dazu beigetragen, dass die Bestände in neuster Zeit vielfach zurückgegangen sind.


Lebensweise der Hasen


Feldhase am Wegrand
Feldhase am Wegrand

Hasen sind vorwiegend dämmerungsaktiv und nachtaktiv; man kann sie aber auch untertags sehen, vor allem wenn sie aus ihrem Lager (Sasse) geschreckt wurden. Bei Gefahr drücken sich alte und junge Feldhasen in eine selbst gescharrte Mulde und legen die Ohren (Löffel) an. Sie schlafen keineswegs mit geschlossenen Augen. Auf der Flucht schlagen sie häufig Haken um ihre Gefahr abzuhängen oder auch Irre zu führen. Hasen sind Einzelgänger, ebenfalls gute Schwimmer. Der Feldhase ist ein äußerst standorttreues Tier. Auf der Flucht können Feldhasen Laufgeschwindigkeiten von bis zu achtzig Stundenkilometern erreichen und Haken schlagen, um ihren Verfolger zu entkommen.






Fortpflanzung des Feldhasen


Besonders im Frühling jagen die Männchen (Rammler) hinter Häsinnen her, dabei kann es zu ausgesprochenen Prügelduellen kommen. Schon im März können die ersten Jungen geboren sein. Eine Häsin setzt 3- bis 4-mal im Jahr Junge. Die 1-5 Jungen pro Wurf kommen behaart, sehend zur Welt und verlassen sofort das Nest. Als Faustformel gilt hier 3×3, die Tragzeit beträgt 6-, die Säugezeit 4 Wochen. Bei Gefahr drücken sie sich in Bodenvertiefungen.

Junghase
Junghase

Die Häsin geht besonders klug vor, um ihre Junghausen nicht den Beutegreifern zu überlassen. Ihren Wurf lässt sie nie in einem Nest, sondern verteilt sie, damit falls das Nest aufgefunden wird, beispielsweise von einem Greifvogel, nur ein Jungtier, und nicht direkt der ganze Wurf den Raubtieren zum Opfer fällt.

Viele Menschen wissen nicht, dass die Häsin so vorgeht, und genau das ist das Problem! Personen, die sich in der Natur aufhalten, denken oft, dass das Jungtier von der Mutter verlassen wurde, was jedoch nicht stimmt. Deshalb ist es wichtig, junge Hasen da zu lassen wo sie sind und sie auf keinen Fall an zu fassen.

Die ersten Junghasen werden bereits im späten Winter gesetzt, dass macht es den Junghasen nicht leichter, da oft noch eisige Temperaturen herrschen, die den Hasen oft zum Verhängnis werden.


Die Nahrung des Feldhase


Feldhase auf dem Acker
Feldhase auf dem Acker

Als Nahrung dienen zum größten Teil Gras, Kräuter, Wurzeln aber auch Stämme und Äste werden angeknabbert. Rein pflanzlich und sehr vielfältig: bevorzugt der Feldhase Wildkräuter und Gräser, aber auch Getreide und Feldfrüchte, Knospen, Triebe und Rinde. Der Bedarf an lebenswichtigen Vitaminen (v.a. B1) wird durch Caecotrophie gedeckt, dies bezeichnet die Aufnahme der ausgeschiedenen Blinddarmlosung. Den einmal verdauten Brei verzehrt der Feldhase nach der Ausscheidung ein zweites Mal, um dadurch seinen Bedarf an Vitamin B1 zu decken.


Der Feldhase und seine Feinde


Zu den Feinden der Hasen gehören Fuchs, Greifvögel und anderes Raubwild. Aber auch streunende Katze und wildernde Hunde lassen vor allem Junghasen keine Chance. Besonders auch die Rabenkrähe ist eine große Bedrohung für die Hasenpopulation, da die Junghasen von den hungrigen Krähen leicht gesichtet werden können und so zu leichter Beute werden, daher ist es besonders wichtig, Rabenkrähen intensiv zu bejagen. Oft kommt es auch auf den Straßen zu Wildunfällen mit Hasen.

Der Feldhase im Bundesjagdgesetz

  • Jagdzeit: 1. Oktober – 15. Januar





Auf-Jagd Buchtipp


Buchtipp Feldhase
Buchtipp Feldhase

Der Feldhase gehört zu den bekanntesten und volkstümlichsten Tieren. Der Jäger kennt ihn als häufige und produktive Wildart der Feldbiotope des mitteleuropäischen Raumes. Erst der verstärkte Rückgang der Jagdstrecken in den meisten europäischen Ländern war Anregung zu einer großen Anzahl wissenschaftlicher Untersuchungen über die Biologie, Ökologie und Bewirtschaftung des Feldhasen, die unsere Kenntnisse über diese Tierart im letzten Jahrzehnt wesentlich vervollständigt und einige Lücken geschlossen haben.
Der Autor des vorliegenden Bandes hat, neben eigenen Untersuchungen und Beobachtungen, das deutschsprachige Schrifttum und zahlreiche Arbeiten aus anderen Ländern ausgewertet. Es soll dadurch versucht werden, dem Leser ein möglichst vielseitiges und umfassendes Bild der Feldhasenbiologie zu vermitteln, ohne allerdings den Blick für noch offene Fragen und Probleme zu verstellen.
Die Wahl des Themenkreises entspricht aber auch seiner Beliebtheit als jagdbares Wildtier, dessen Erhaltung in seinen ursprünglichen, vom Menschen zunehmend veränderten Lebensräumen, nicht nur die alleinige Aufgabe des jagdlich Interessierten ist.


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Video Steckbrief Feldhase



Bildquellen: Feldhase liegend – Martin Jäger  / pixelio.de, Feldhase am Wegrand – Dorothea Jacob  / pixelio.de, Feldhase auf dem Acker – Heinrich Linse  / pixelio.de





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