Rabenvögel Steckbrief

Rabenvögel Steckbrief

Raben auf dem Feld
Rabenkrähen auf dem Feld

Die Rabenvögel gehören zu den Singvögeln. Es gibt insgesamt ca. 120 Rabenvögel und 22 Gattungen. Die jagdlich wichtigsten werden euch hier vorgestellt. Nicht alle Rabenvögel dürfen auch bejagt werden, jedoch macht es auf jedenfall Sinn gerade in Niederwildrevieren die Möglichkeiten der Krähenjagd auszuschöpfen. Mehr dazu findet ihr unter Praxistipps – Krähenjagd. In ihrer Ernährung sind Rabenvögel sehr vielseitig und fressen – je nach Verfügbarkeit – Früchte, Samen, Insekten, Weichtiere, kleinere Wirbeltiere oder auch Aas, wobei die meiste Nahrung auf dem Boden aufgenommen wird. Die Rabenvögel sind ausgesprochene Kulturfolger und können sich dem „menschlichen Umfeld“ sehr gut anpassen.

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Zoologische Einteilung der Rabenvögel


Wissenschaftlicher
Name
Corvidae
ohne Rang Sauropsiden (Sauropsida)
Klasse Vögel (Aves)
Ordnung Sperlingsvögel (Passeriformes)
Unterordnung Singvögel (Passeri)
Familie Rabenvögel





Rabenvögel – Ein Singvogel?


Ja die Rabenvögel gehören zu den Singvögeln, obwohl man bei dem ehr wenig melodiereichen Gekrächze dieser Wildtiere nicht vermuten würde. Bei fossilen Funden in Europa wurde festgestellt das es diese Vogelfamilie schon bereits seit 12 Millionen Jahren geben muss. Elstern, Krähen, Raben oder Häher sind alles Arten und Gattungen der umfangreichen Rabenvogelwelt. Schon seit Uhrzeiten haben Rabenvögel die Phantasie der Menschen in der ganzen Welt beflügelt und wurden je nach Kultur verehrt oder auch gefürchtet. Die Rabenvögel zählen zu den intelligenten Federwild, dieses wurden bereits Wissenschaftlich nachgewiesen. Trotz der zum Teil erheblichen Unterschiede in Aussehen und Größe haben die Rabenvögel gemeinsame charakteristische Merkmale. Sie kommen mit jeder Art von Nahrung gut zurecht.


Übersicht der jagdlichen Rabenvögel


kolkrabe
Kolkrabe

Kolkrabe

Der Kolkrabe ist der größte Singvogel bei uns und ist damit fast doppelt so groß wie die Rabenkrähe. Sein Schnabel ist groß und kolbenförmig. Das Gefieder des Kolkraben ist tiefschwarz mit metallischen Schimmer. In den nördlichen, östlichen und südlichen Bundesländer ist der Kolkrabe als Brutvogel vertreten. Sein Horst baut er meist auf Bäumen oder Felswänden. Schon im Februar/März beginnt der Kolkrabe mit der Brut. Die 2-6 Eier im Gelege werden ca. 20 Tage lang ausgebrütet. Die Familie bleibt bis im Herbst zusammen. Auch der Kolkrabe ist ein Aasfresser, jedoch frisst er auch alles was er alleine auf der Jagd bewältigen kann.


Rabenkrähe
Rabenkrähe

Rabenkrähe

Wer kennt nicht die Rabenkrähe? Damit ist dieser Singvogel auch unser bekanntester Rabenvogel bei uns. Die Rabenkrähe ist nur ungefähr halb so groß wie der Kolkrabe. Das Krähenpaar baut sein Horst (Nest) auf hohen Bäumen. Zur Nahrungssuche fliegt die Rabenkrähe auf die Feldflur raus. Die Rabenkrähe gilt als Allesfresser und nimmt auch Gelege anderer Vogelarten auf. Gerade in Niederwildjagden ist dieses ein großes Problem für die Nachzucht.

Über tag fliegen die Rabenkrähen oft in Schwärmen umher, im Winter auch oft in Begleitung von Dohlen und Saatkrähen. Die Brutzeit liegt bei ca 20 Tagen. Als Merkmal ist noch der schwarz befiederte Ansatz des Schnabels zu nennen.

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Saatkrähe
Saatkrähe

Saatkrähe

Die Saatkrähe ist bei uns in Europa sehr verbreitet und fast überall anzutreffen. Sie ist nur unwesentlich kleiner als die Rabenkrähe. Der Schnabel ist schmaler und spitzer. Das Hauptunterscheidungsmerkmal ist die unbefiederte, grauweiße, grindige Hautpartie um die Schnabelwurzel, die das Gesicht der Erwachsenen Saatkrähe zeichnet. Junge Saatkrähen haben im 1. Lebensjahr den Schnabel genauso befiedert wie die Rabenkrähe. Die Saatkrähe ist ein Kolonien Brüter und bei uns als Brutvogel selten zu sehen. Die Brutdauer der 3-5 Eier liegt bei ca. 16 Tage. Sie leben monogam in einer Dauer Ehe zusammen. Die Nahrung dieser Rabenvögel besteht meist aus Sämereien und Kleintieren.


nebelkrähe
Nebelkrähe

Nebelkrähe

Die Nebelkrähe und auch Rabenkrähen sind zwei geographische Rassen derselben Art. Sie werden bei den Rabenvögeln unter der Bezeichnung Aaskrähe zusammen gefasst. Auch die Lebensweise ist bei beiden Krähen genau gleich. Das Gefieder der Nebelkrähe ist jedoch nur an den Schwingen, Kopf und Stoß schwarz.

Der Rücken und die Unterseite sind grau. Bei uns sieht man die Nebelkrähe entlang der Elbe in Richtung Schweiz und Österreich, wo diese häufiger Vertreten ist. Die Raben- und Nebelkrähen können sich fruchtbar verpaaren.


eichelhäher
Eichelhäher

Eichelhäher

Der Eichelhäher ist bei uns einer der häufigsten Waldvögel. Stark auffallend ist sein buntes Gefieder und die rätschenden Warnrufe, die auch von anderen Wildtieren verstanden werden. Auch ahmt er gerne andere Vogelrufe nach.

Das Eichelhäher Paar baut sein Nest in dichten Büschen oder hohen Bäumen. Mit knapp 16 Tagen Brutdauer und 3 Wochen Nestlingsdauer, haben sie die kürzeste Aufzuchtszeit. Im Sommer lebt der Eichelhäher vorwiegend von Insekten und Würmern. Aber auch Eicheln gehören zu ihrer Nahrung. Anderer Vogelarten raubt er die Gelege aus. Dadurch das der Eichelhäher auch Eicheln und Bucheckern im Waldboden vergräbt, trägt er dazu bei das neue Bäume entstehen


Tannenhäher

Der Tannenhäher ist etwa so groß wie der Eichelhäher. Sein Gefieder ist Kaffeebraun und übersät mit kleinen weißen Flecken. Die Schwingen und der Stoß sind schwarz, sowie der Oberkopf einfarbig dunkelbraun. Der Tannenhäher kommt bei uns nur in den Bergwäldern der Alpen und höherer Mittelgebirge vor. Im Winter ist der Tannenhäher dann auch in tieferen Ebenen zu sehen. Die Nahrung entspricht ungefähr die des Eichelhäher, jedoch bevorzugt er Samen von Nadelbäumen sowie Haselnüsse.


Elster
Elster

Elster

Die Elster ist etwa halb so groß wie die Rabenkrähe und ist auch unter den Namen “diebischer Vogel” bekannt. Auffällig ist der lange Stoß, die konstratreiche Färbung (Schultern und Bauch weiß, Kopf, Brust, Rücken, Schwingen und Stoß dunkel, grünblau schillernd) sowie ihr schnackender Ruf. In der Brutzeit leben Elstern paarweise zusammen und bauen ihren Kobel (Nest) in höheren Büschen und Bäumen in Feldgehölzen. Die Nestmulde wird mit Lehm ausgestrichen und mit sperrigem Reisig kuppelförmig überdacht. Meist bauen die Elstern mehrere Kobel, bevor sie eins für die Brut benutzen. Die Brutdauer liegt bei ca. 17 Tagen. Oft sieht man die Elstern zusammen in kleinen Trupps, gerade wenn sie auf den Abendstrich in Richtung ihrer oft gleichen Schlafplätze unterwegs sind.


Dohle
Dohle

Dohle

Die Dohle ist ein Mittelgroßer Rabenvogel, wenig größer als der Eichelhäher. Das Gefieder ist dunkel schwarzgrau mit hellgrauen Augen und recht kurzem Schnabel. Die Dohle (Corvus monedula) ist ein geselliger Singvogel. Sie gehört zur Familie der Rabenvögel. In Österreich und Deutschland ist die Dohle zum Vogel des Jahres 2012 gewählt worden. Die Dohle ist ein Kolonienbrüter in Bäumen, Felsnischen und Mauerlöchern. In den Brutkolonien herrscht eine soziale Rangordnung. Die Paare halten in Lebenslanger Dauerehe zusammen. Als Allesfresser nehmen die Dohlen im Sommer vor allem Insekten, Würmer und andere Kleintiere auf. In den Wintermonaten kann man sie oft mit den Saat- und Rabenkrähen in der Feldflur sehen. Die Brutzeit der 4-7 Eier beträgt ca. 16 – 19 Tage.


Allgemeines zu den Rabenvögel


Krähe auf der Wiese
Krähe auf der Wiese

Die Rabenvögel (Corvidae) sind eine Familie der Singvögel. Zu den Rabenvögel zählen die einheitlich schwarzgrau gefärbten richtigen Raben, Krähen und Dohlen sowie bunt gefiederte Häher und Elster. Die Geschlechter sind bei allen Arten der Rabenvögel äußerlich nicht zu unterscheiden. Rabenvögel leben paarweise in Jahresehen oder teilweise auch in Dauerehen. Man kann sie auch als Nahrungsgeneralisten bezeichnen, die zum Teil in der Kulturlandschaft günstige Lebensbedingungen finden. Als Beispiel ernähren sich Rabenkrähen und Kolkrabe im Winter weitgehend von Abfällen, Aas und treten scharenweise an Müllkippen auf. Aaskrähen (Raben- und Nebelkrähe), Kolkrabe und Eichelhäher brüten einzeln und territorial. Saatkrähen und Dohlen sind dagegen ausgesprochene Kolonienbrüter. Sie alle bauen Reisignester auf Bäumen, nur die die Dohlen sind Höhlenbrüter. Vielen ist die Klugheit der Rabenvögel bekannt, der viel Aufmerksamkeit und Lernfähigkeit entgegen gebracht wird. Während der Kolkrabe bundesweit dem Jagdrecht unterliegt, genießen alle übrigen Arten nach dem Naturschutzrecht besonderen Schutz.


Rabenvögel und ihr Aussehen


Rabenvögel sind in der Regel der robust gebaut. Innerhalb der Familie gibt es eine eine große Vielfalt an Formen und Größen. Der kleinste Rabenvogel ist der rund 40 g schwere und 20–23 cm große Zwerghäher(Cyanolyca nanus), die beiden größten Vertreter sind der Erzrabe (Corvus crassirostris) und der Kolkrabe (Corvus corax), die jeweils eine Körperlänge zwischen 60 und 70 cm aufweisen können und für die Körpergewichte von 1,5 kg festgestellt wurden. Beide Arten sind damit nicht nur die größten innerhalb ihrer Familie, sondern auch die größten Sperlingsvögel überhaupt. Überwiegend ist das Gefieder der Rabenvögel schwarzgrau, bei manchen mit schimmernden oder hellgrauen Stellen.






Die Nahrung


Rabenkrähe am Stein
Rabenkrähe am Wasser

Die Rabenvögel haben ein sehr weites Nahrungsspektrum. Es umfasst pflanzliche sowie auch tierische Kost. Bei fast allen Arten der Familie finden sich Insekten, Früchte, Samen, Eier, Aas und kleine Wirbeltiere in der Nahrung. Dar durch das sie ausgesprochene Kulturfolger sind, kommen diese Vögel sehr gut mit dem aus was ihnen geboten wird. So vielfältig wie das Nahrungsspektrum sind innerhalb der Familie auch die Techniken, die zum Nahrungserwerb eingesetzt werden.

Nüsse, Insekten oder andere Nahrungsstücke werden vom Boden oder von Blättern aufgelesen oder von Zweigen gepflückt. Je nach Schnabelform werden Larven aus dem Erdboden gestochert oder gegraben. Wirbeltiere werden unter Einsatz der Füße gefangen und mit gezielten Schnabelhieben getötet. Der Nahrungserwerb kann sowohl allein als auch in Gruppen erfolgen, wobei ein fressender Rabenvogel schnell Artgenossen anzieht.


Fortpflanzung und Brut


Tendenziell leben alle Rabenvögel monogam zusammen in Jahres- oder Dauerehen. Lediglich wenn sie ihren Partner durch Krankheit oder Tod verloren haben, verpaaren sie sich wieder neu. Das lange zusammenleben der Tiere erhöht die Ausflugraten der Gelege. Die Nester werden in oberen Bereichen von Bäumen errichtet, teilweise gibt es Rabenvögel die auch in Mauerlöchern und Felsnischen brüten.


Feinde


Auf-Jagd-Logo

Vor allem größere Rabenvögel haben kaum ausgemachte Fressfeinde. Der Kolkrabe als größter Singvogel wird nur von wenigen Tieren, etwa Wanderfalken, erbeutet, ist aber umgekehrt auch in der Lage, diese zu töten.

Wo Rabenvögel in Schwärmen auftreten, vertreiben sie häufig auch viel größere Greifvögel, aber auch andere Rabenvogelarten. Kleinere Corviden fallen dagegen häufig Habichten und Sperbern (Accipiter) und anderen spezialisierten Vogeljägern zum Opfer.

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Buchtipp Kolkrabe & Co
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Kolkrabe & Co.: Verhalten und Strategien intelligenter Lebenskünstler

Das Verhältnis der Menschen zu den Rabenvögeln ist seit jeher zwiespältigund nicht konfliktfrei! Die Ursache liegt meist in Missverständnissen und Fehlinterpretationen, die dem Raben Schäden zuschreiben, die er, von lokalen Ausnahmen abgesehen, nicht begangen hat. Nach dem erfolgreichen Buch „Der Kolkrabe“ legt der Verfasser, ein profunder Kenner der „Rabenszene“, hier ein fundiertes Fach- und Sachbuch vor, welches die „schwarzen Gesellen“ mit ihrer legendären Intelligenz und ihren außergewöhnlichen (Über)Lebensstrategien in eindrucksvoller Weise porträtiert. Er räumt dabei mit so manchem Vorurteil auf und baut durch die gründlich recherchierten Fakten und die eindrucksvolle Illustration dieses Buches neue Brücken zu einer überaus bemerkenswerten Vogelart, die lange und zu Unrecht verfolgt wurde.

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Kolkrabe, Elster, Eichelhäher & Co: Rabenvögel zählen zu den intelligentesten Vögeln, ja zu den klügsten Tieren überhaupt! Sie verwenden Werkzeuge, finden für jedes Problem eine Lösung und sind sehr sozial veranlagt. Einige lernen sogar zu sprechen.

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Bildquellen: Rabenkrähen auf dem Feld – LeonAdler.de  / pixelio.de, Krähe auf der Wiese – Harald Schottner  / pixelio.de, Kolkrabe – Tina  / pixelio.de, Rabenkrähe – Karin Schumann  / pixelio.de, Saatkrähe – Ralf Zierold  / pixelio.de, Nebelkrähe – Rolf Handke  / pixelio.de, Eichelhäher – Uwe Kunze  / pixelio.de, Elster – bagal  / pixelio.de, Dohle – Pia Kaiser  / pixelio.de, Rabenkrähe am Wasser – Jutta Nowack  / pixelio.de,