Schweißhunde

Alle Schweißhunde gehen auf die Brackenrassen zurück

Merkmale der Schweißhunde

Schweißhunde (in der Jägersprache bedeutet das schweißen = bluten) sind Jagdhunde, die darauf spezialisiert sind, verletztes, blutendes Schalenwild im Rahmen der Nachsuche zu suchen und zu stellen.Ein Schweißhund zeichnet sich durch einen ungewöhnlich guten Geruchssinn, Ruhe, Wesensfestigkeit und Finderwillen bzw. Spurwillen aus. Ein ausgebildeter Schweißhund ist beispielsweise in der Lage, am Folgetag nach der Verletzung bei regnerischem Wetter das Wild nach stundenlanger Suche in mehreren Kilometern Entfernung zu

Westfälische Dachsbracke

finden und zu stellen.

Schweißhunde und ihre Hundeführer sind Spezialisten, die gerade für schwierige oder voraussichtlich lange Nachsuchen erforderlich werden. Da die Leistung der Schweißhunde nur durch häufigen Nachsucheneinsatz und Training erhalten werden kann, sind gute Hunde selten und teuer. Die meisten Jagdpächter sind kaum imstande, den notwendigen hohen persönlichen Einsatz für die Ausbildung und Führung von Schweißhunden zu erbringen. Die Halter von Schweißhunden sind daher bei den Landesjagdverbänden, den lokalen Jägervereinigungen und den unteren Jagdbehörden registriert, damit erforderlichenfalls um Hilfe bei einer nahegelegenen Schweißhundstation nachgesucht werden kann. Alle Schweißhunde führen auf die Rasse der Bracken zurück. Im Prinzip gibt es zwei Schweißhunderassen. Einmal den Hannoverschen Schweißhund und den Bayerischen Gebirgsschweißhund. Im Jahre 1997 wurde vom Jagdgebrauchshundeverein (www.jghv.de) die Alpenländische Dachsbracke auch als Schweißhund anerkannt.

Hannoversche Schweißhund

Schweißhund

Der Hannoversche Schweißhund (HSH) ist ein schwerer und ruhiger Hund ( man unterscheidet einen schwereren “Leithundetyp” und einen leichteren “Brackentyp”, mit einem Stockmap von 50 bis 60 cm, meist hirschrot mit schwarzer Gesichtsmaske, aber auch braunrot und gestromt ( und dann mit besonders tief-schwarzen Kopf und Gesicht). Er ist der unmittelbare Nachfahre des Leithundes des Mittelalters. Nach sogenannten Jägerhofmethode wirrd er auf der kalten Gesundfährte als junger Hund ausgebildet bzw. abgeführt. betreut wird der HSH durch den Verein Hirschmann e.V.

Bayerische Gebirgsschweißhund

Schweißhund

Der Bayerische Gebirgsschweißhund (BGSH) ist aus dem Hannoverschen Schweißhund und roten Gebirgsbracken entstanden, daher brackenartig leichter und eleganter, besser zum Steigen und Springen (z.B. bei der Nachsuche auf Gams) geeignet. Die Farbe ist fahl- bis hirschrot, die schwarze Gesichtmaske mehr oder weniger stark ausgeprägt. Sein Stockmaß beträgt 44 – 52 cm. Das Zuchtbuch führt der Klub für Bayerische Gebirgsschweißhunde e.V. Inzwischen fallen mehr Welpen aus Schwarz- als Leistungszuchten.

Alpenländische Dachsbracke

Dachsbracke / Schweißhund

Die Alpenländische Dachsbracke (ADBr) gehört zu den vom JGHV offiziell anerkannten Schweißhunderassen. Dies bedeutet, dass diese Bracke in Deutschland überwiegend für die Schweißarbeit eingesetzt wird. Die Herkunft der Alpenländischen Dachsbracke kommt natürlichen aus den Bracken, den jagenden Hunden. Die Farbe dieser Hunderasse ist dunkel – hirschrot, sowie schwarz mit rostrotem Brand. Das Stockmaß beträgt 34 – 42 cm. Das Herkunftsland ist Österreich.

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Jagdliche Fragen zum Thema Schweißhunde

1. Welche Arbeiten werden einem Schweißhund abverlangt
Allgemeiner Gehorsam, Vorsuche, Riemenarbeit, Hetzen, Stellen und evtl. Niederziehen von geringen Schalenwild
2. Müssen Schweißhunde spurlaut sein?
Sie müssen fährtenlaut sein, da der Führer ansonsten eine Hatz nicht akustisch verfolgen kann. Viele Schweißhunde erfüllen diese Forderung jedoch nicht.
3. Haben Schweißhunde eine bessere Nase als andere Jagdhunderassen?
In erster Linie sind sie Spezialisten, deren Nasenleistung jener anderer feinnasiger Hunde entspricht.
4. Welche Eigenschaft zeichnen Schweißhunde meist aus?
Feinste Nase, Finderwillen, Hetzpassion, Lauffreudigkeit, Wildschärfe und Wesenfestigkeit.
5. Wie wird das alter eines Schweißhundes bezeichnet?
Behang. Bei Schweihunden bezieht sich die Bezeichnung auf den Ausdruck “Behängezeit” für die Zeit, in der der Hund am langen Riemen der Hochwildfährte “nachhängt”.
6. Dürfen Hunde in Deutschland kupiert werden?
Das Kupieren ist in Deutschland grundsätzlich verboten. Für Jagdhunde besteht derzeit noch eine Ausnahmeregelung. In einigen Nachbarländern dürfen auch Jagdhunde nicht mehr kupiert werden. Das kupieren dient jedoch als Schutz vor Verletzungen an der Rute bei seiner Arbeit als Jagdgebrauchshund.

Buchtipp Auf-Jagd

Der Hannoversche Schweißhund

Schweißhunde Ausbildung

Der Hannoversche Schweißhund gehört zu den ältesten Jagdhundrassen Deutschlands. Seine Geschichte beginnt bei der Keltenbracke – dem Ur-Jagdhund schlechthin – und führt weiter über den legendären Leithund, der nahezu tausend Jahre der Jagdhund des hirschgerechten Jägers war, zum Hannoverschen Schweißhund der Neuzeit. Seit 1894 wird diese Rasse in Deutschland auf der Grundlage eines Zuchtbuches gezüchtet. Der Hannoversche Schweißhund ist nach wie vor unverzichtbarer Helfer beim Bemühen der Jägerei, waidgerecht und damit tierschutzgerecht zu jagen. Er verkörpert gleichermaßen – aufgrund seiner Geschichte – lebendige Jagdkultur. In diesem Buch werden die Entwicklung dieser Rasse, ihr heutiges Erscheinungsbild und ihr Einsatz dargestellt, wobei auf die züchterischen Aspekte besonders eingegangen wird.

Buchtipp Auf-Jagd

Die Schweißarbeit: und Einarbeitung mit dem Fährtenschuh

Schweißarbeit

Verletztes Wild nachzusuchen und seinen Leiden ein Ende zu setzen – ein wichtiges Gebot der Waidgerechtigkeit und eine zentrale Forderung des Tierschutzes! Die Schweißarbeit zählt zu den schwierigsten Aufgaben des Jagdhundes und setzt dessen gründliche Ausbildung voraus. Der ausgewiesene Nachsuchen-Experte Hans-Joachim Borngräber beschreibt in diesem Standardwerk die schrittweise Ausbildung des jungen Jagdgebrauchshundes zum perfekten Schweißhund. Eingehend stellt er dabei die Einarbeitung des Hundes mit dem Fährtenschuh, den der Jagdgebrauchshundverband erst kürzlich für das Legen praxisnaher Prüfungsfährten zugelassen hat. Schaut selber und lest ein gutes Buch zum Thema Schweißhunde.

Video über Schweißhunde