Bracken – Hunderassen

Bracken sind auch als “Laufhunde” oder “jagende Hunde” bekannt

Merkmale der Bracken

In einem Lehrbuch der Jäger steht zu den Bracken folgender Satz niedergeschrieben der einem die wesentlichen Merkmale sehr gut erklärt: „Seine Bestimmung ist das Wild jeder Art durch fleißiges Suchen im Walde oder Felde ausfindig zu machen und es so lange laut zu verfolgen bis es dem Jäger zu Schuß gebracht oder sonst gefangen ist.“ Bracken sind spurlaute, spurwilige und ausdauernde Hunde. Ein Jagdhund der die Fährte eines Hasens aufnehmen kann und unendlich lang verfolgen kann, zeigt schon das er eine besondere Nase hat.

Drever - Bracke

Westfälische Dachsbracke

So liegt es Nah das viele Bracken auch als reine Schweißhunde geführt werden. Der Schwerpunkt ihrer Verbreitung lag ursprünglich dort, wo das Wild in den Revieren dünn gesät oder Jagdreviere schwer zugänglich waren. Die Bracke sollten das Wild ausfindig machen und es laut jagend dem Schützen zu treiben. Daneben lernt die vielseitig ausgebildete Bracke auch das “verloren bringen” von kleinerem Wild. Somit ist ist diese Jagdhundesorte ein vielseitiger “Waldgebrauchshund”. Die Art der Jagd mit diesem Jagdhund nennt man auch das “Brackieren”. Hierzu findet ihr eine genauere Beschreibung unter den Jagdarten. Nachfolgend findet ihr kurze Steckbriefe der wichtigsten Brackenhunde.

Deutsche Bracke

Bracke / Laufhund

Deutsche Bracke

Die Deutsche Bracke wird gelegentlich auch als “Sauerländer Bracke” oder nach ihrem Hauptzuchtort als “Olper Bracke” bezeichnet. Zu früheren Zeiten wurde dieser Jagdhund hauptsächlich für die Hasenjagd eingesetzt, wobei es bei der klassischen Brackenjagd mehr um das Erleben geht als um die zu erzielende Strecke. In den letzten Jahren wird die “Sauerländische Bracke” bzw. die Deutsche Bracke immer öfter bei großen Drück- und Stöberjagden eingesetzt. Das Stockmaß beträgt zwischen 40 – 53 cm. Das Zuchtbuch führt der Deutsche Bracken Klub e.V.

Westfälische Dachsbracke

Dachsbracke / Laufhund

Die Westfälische Dachsbracke (WDBr), wie der Name auch schon sagt kommt aus der westfälischen Region. Die Brackenart ist niedriger und langsamer als die Deutsch Bracke. In Schweden wird die Westfälische Dachsbracke unter der Rassenbezeichnung “Drever” gezüchtet, wobei ein Zuchtaustausch mit Deutschen Brackenzüchtern erfolgt. Das Stockmaß liegt zwischen 30 und 38 cm. Auch für die Westfälische Dachsbracke führt der Deutsche Bracken Klub e.V. mit Sitz in Olpe das Zuchtbuch. Die Zahl der jährlichen Welpen in Deutschland liegt unter 50.

Brandlbracke

Bracke / Laufhund

Die Brandlbracke (BrBr) wird im Ursprungsland Österreich auch als “Kärntner Bracke” oder “Vieräugel” bezeichnet. Sie ist ein leichter, eleganter und spurlauter Jagdhund. Die Schulterhöhe dieser Jagdbracke beträgt ein Maß von ca. 46 – 58 cm. Die Fellfarbe ist schwarz mit rotem Brand (Abzeichen), vereinzelt aauch rot oder rotgestichelt oder schwarz mit weißem “Brackenstern”. Die wird heute meist als vielseitiger Jagdgebrauchshund bzw. als Waldgebrauchshund mit dem Schwerpunkt auf die Schweißarbeit geführt. In Deutschland werden jährlich nicht mehr als ca. 100 Welpen gezüchtet. Die Brandlbracke wird vom Deutschen Brackenverein e.V. betreut.

Tiroler Bracke

Bracke / Laufhund

Die Tiroler Bracke hat ein Stockmaß von 42 bis 50 cm, und ist damit also meist kleiner als die Brandlbracke und mit dieser eng verwandten. Diese Brackenrasse kommt in mehreren Farbvarianten vor: schwarz mit rotem Brand, rot und rotgelb, hinzu kommen noch weiße Abzeichen. Mehrheitlich werden die Tiroler Bracken als “vielseitige Schweißhunde” geführt. Das heißt nun, sie werden aber auch zum Brackieren benutzt. Bei der Gebrauchsprüfung müssen sie auch leichtes Wild bringen. In Deutschland führt der Klub Tirolerbrakke e.V. das Zuchtbuch. Jährlich werden ca. 20 – 30 Welpen in Zuchtbuch eingetragen.

Steirische Rauhhaarbracke

Rauhhhaar Bracke / Laufhund

Um 1880 kreuzte der steirische Hammerherr Peintinger Hanoveraner Schweißhunde mit der Istrischen Bracken. Daraus entstand die rote bis fahlgelbe Steirische Rauhhaar Bracke. Diese ist auch bekannt unter den Namen Peitinger Bracke. Mit einer Schulterhöhe zwischen 45 – 53 cm ist die Steirische Rauhhaar Bracke ein eleganter, leichter Jagdhund für alpines Gelände. Die StRBr wird in Deutschland vom Deutschen Brackenverein e.V. betreut. Das jährliche Welpenaufkommen in Deutschland ist sehr gering und dürfte kaum oberhalb von 20 liegen.

Alpenländische Dachsbracke

Dachsbracke / Laufhund

Die Alpenländische Dachsbracke (ADBr) gehört zu den vom JGHV offiziell anerkannten Schweißhunderassen. Dies bedeutet, dass diese Bracke in Deutschland überwiegend für die Schweißarbeit eingesetzt wird. Die Herkunft der Alpenländischen Dachsbracke kommt natürlichen aus den Bracken, den jagenden Hunden. Die Farbe dieser Hunderasse ist dunkel – hirschrot, sowie schwarz mit rostrotem Brand. Das Stockmaß beträgt 34 – 42 cm. Das Herkunftsland ist Österreich.

Schwarzwildbracke

Bracke / Laufhund

Die Schwarzwildbracke (Slovensky Kopov) entspricht im Aussehen weitgehend der Brandlbracke. Ihr Stockmaß beträgt 40 -50 cm. Da es immer wieder Brandlbracken gibt, die ihren Standard unterschreiten und ebenso Kopov bzw. Schwarzwildbracken die ihren Standard überschreiten, ist es oft sehr schwer zu sagen um was für einen Hund es sich handelt. Der “Kopov” wird bei uns überwiegend als Stöberhund auf Schalenwild mit Schwerpunkt auf Schwarzwild sowie als Nachsuchenhund geführt. 1991 wurde in Eisenach der Schwarzwildbracken-Verband e.V. gegründet, der 1994 dem JGHV beitrat.

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Beagle

Bracke / Laufhund

Der Beagle (Bg) stammt aus England, wo er in der Meute zur Hasenjagd eingesetzt wird. Er hat einen guten Spurlaut jedoch eine geringe Wildschärfe. In seiner Heimat wird er überwiegend als Meutehund gehalten. Für die Schweißarbeit ist er nur für Totsuchen geeignet, da die Mehrzahl der Beagles krankes Wild nicht zu Stande hetzten oder nieder ziehen. Das Stockmaß beträgt 33 – 40 cm. Ein Zuchtbuch führen gleich zwei Vereine: Beagle Club Deutschland e.V. und der Verein Jagd Beagle e.V.

Schweizer Laufhund

Bracke / Laufhund

Der Schweizer Laufhund wird in vier Schlägen gezüchtet. Der erste ist der Berner Laufhund (weiß-schwarz mit lohroten Abzeichen), der Luzerner Laufhund (wie vorstehend aber Grundfarbe blau), sowie  der Jura Laufhund oder Bruno (ähnlich der Brandlbracke) und der Schwyzer Laufhund (weiß-orange). Im Stockmaß liegen die Schweizer Laufhunde zwischen 47 – 59 cm. Diese Brackenart werden heute zum Brackieren von Schalenwild eingesetzt, aber auch zur Schweißarbeit bei Nachsuchen. Von allen vier Farb – Schlägen gibt es noch eine niederläufige Variante (Niederlaufhund) mit einem Stockmaß von 33 – 43 cm.

Jagdliche Fragen zum Thema Bracken.

1. Welche Bracken werden hauptsächlich in der Schweiz geführt?

Berner-, Schwyzer und Juralaufhunde. Jeder dieser drei Rassen (eigentlich sind es nur Schläge) wird sowohl als hochläufiger als auch kurzläufig als so genannte Niederlaufhunde gezüchtet. Die Niederlaufhunde enstanden, weil in einigen Kantonen das Stockmaß der zur lauten Jagd verwendeten Hunde begrenzt wurde.

2. Für welche Arbeiten werden Bracken eingesetzt

Für die Brackier- Schweiß- und Stöberarbeit.

3. Welche Anlagen sind bei Bracken besonder wichtig?

Spurwille, Spursicherheit und ein lockerer Spurlaut.

4. Welche Haarform haben Bracken?

mit Ausnahme der stichelhaarigen Rauhhaarbracke sind alles Bracken Stockhaarig.

5. Was versteht man unter Laufhund?

Alle Bracken sind Laufhunde.

6. Kann man Bracken zum Vorstehen abrichten?

Nein, ihnen fehlt die Anlage zum Vorstehen.

7. Eignen sich Bracken für die Wasserarbeit?

Nein, da sie in der Regel nicht die Anlage zur Wasserfreude haben. Es gibt aber durchaus einzelne Bracken, die gerne ins Wasser gehen.

8. Müssen Bracken apportieren?

Ja. Apportieren gehört zu Gebrauchshundeprüfung.

Buchtipp Auf-Jagd

Der Jagdhundwelpe

Früherziehung des Jagdhund

Die erfolgreiche Ausbildung zum Jagdhund beginnt schon im Welpenalter. Denn auch für den Jagdhund gilt: die ersten Wochen und Monate sind prägend für das ganze Leben. In dieser Zeiten findet die dauerhafte Bindung an eine Person statt. Es werden aber auch die Grundsteine für die spätere jagdliche Ausbildung gelegt. Der Autor informiert auf Basis neuester kynologischer Erkenntnisse über die allerersten Entwicklungsschritte des Jagdhundwelpen und gibt wertvolle Tipps, wie dessen jagdliche Anlagen frühzeitig und konsequent gefördert werden.

Buchtipp Auf-Jagd

Warum Bracken

Warum Bracken Buch

Das Buch „Darum Bracken!“ versteht sich als Plädoyer für diese alte Jagdhunderasse. Einführend wird die Bedeutung der Prägephase beim Welpen und der anschließenden fachgerechten Ausbildung der Junghunde zu erfolgreichen Jagdgebrauchshunden dargelegt. Zum Einarbeiten auf verschiedene Wild- und Jagdarten gibt der Autor viele Tipps und Hilfestellungen aus der Praxis.
Die zahlreichen Jagderlebnisse mit Brandlbracken und Steirischen Rauhaarbracken, die einen Großteil des Buches ausmachen, beschreiben fast nebenbei, wie diese „Ur-Jagdhunde“ immer wieder überraschen und mit ihrem selbstständigen Wesen auch aussichtslos geglaubte Nachsuchen und Jagden zu einem erfolgreichen Ende führen.

Video zum Thema Bracken