Wildkaninchen Steckbrief

(Oryctolagus cuniculus)

Kurzinfo

Das Wildkaninchen kann man leicht mit dem Feldhase verwechseln, aber es gibt gravierende Unterschiede. Kreuzungen zwischen Wildkaninchen und Feldhasen sind wegen unterschiedlicher Chromosomenzahl nicht möglich. Das Kaninchen ist ein Höhlenbewohner und zieht seine Jungtiere in einem Bau groß. Es sind keine Nestflüchter wie der Feldhase. Feinde des Kaninchen sind Fuchs, Rabenvögel, Greifvögel und auch besondere Krankheiten wie Myxomatose. Die Jagd auf das Kaninchen kann mit der Falle (Fangjagd), Frettieren (Frettchen) oder bei der Treibjagd erfolgen.

Wildkaninchen

Zoologische Einteilung Wildkaninchen

Zoologische Einteilung des Haarwild - Wildkaninchen
Wissenschaftlicher Name
Oryctolagus cuniculus
Ordnung
Höhere Säugetiere (Eutheria)
Unterordnung
Euarchontoglires
Familie
Hasenartige (Lagomorpha)
Unterfamilie
Hasen (Leporidae)
Gattung
Oryctolagus
Art
Wildkaninchen

Wildkaninchen

Steckbrief Wildkaninchen

Steckbrief Wildkaninchen
Lebensalter
bis 10 Jahre, hohe Sterblichkeitsrate bis 3 Jahre
Lebensraum
Felder, Wiesen, Erdwälle, Hecken, Wälder, bis 500m Höhe

Lebensweise
Kolonien / Polygam

Gewicht
1,3 – 2,2 kg
Körperlänge

35 – 45 cm
Nahrung
Gräser, Käuter, Wurzeln, Äste, Baumrinde
Paarungszeit / Tragezeit

Feb. – Okt./ ca. 28 – 31 Tage
Geburt5 (3-7) Würfe / 5 (4-7) Junge
MerkmaleHöhlenbauer, bis 3 m tief und 45 m lang

Beschreibung der Wildkaninchen

Das Wildkaninchen ist an Zahlreichen Orten der Welt wohnhaft, doch das ist nicht schon immer so gewesen. Was viele nicht wissen, ist das das Kaninchen ursprünglich nur in Spanien und Nordwest-Afrika lebte. Für die Verbreitung der Kaninchen sorgten bereits die Römer, nachher wurden sie auf fast allen Kontinenten ausgesetzt.

Bevorzugt werden von den Kaninchen sandige Böden aufgesucht, auch lebt es gerne in unübersichtlichen Gebieten, wie Gehölzen und Dickungen. Aber auch in Parks, auf Friedhöfen und in heimischen Gärten leben sie, allerdings nicht im immer zur Freunde der Anwohner.

Wildkaninchen sind reine Pflanzenfresser und selektieren bei der Nahrungssuche. Selektieren bedeutet, dass sie sehr wählerisch sind und noch lange nicht alles das fressen, was grün ist oder blüht. Rinde, Kräuter und verschiedene Gräser gehören zu den Lieblingsspeisen der Kaninchen.

Hauptsächlich sind die Kaninchen dämmerungs- und nachtaktiv. Wir merken es auch daran, das Kaninchen gegen Abend ihre Deckung verlassen und das bei der Fahrt mit dem Auto vermehrt Kaninchen über die Straße flitzen.

Kaninchen leben in Kolonien und großen Familien, mit bis zu 12 erwachsenen Tieren. Was normalerweise nicht einsehbar ist, sind die riesigen Baue, die die Kaninchen anlegen. Es gibt Rangordnungen innerhalb der Familien, die streng eingehalten werden.

Bei Gefahr klopft das ein Kaninchen mit den Hinterläufen auf den Boden, um seine Artgenossen rechtzeitig zu warnen, damit diese so in Sicherheit bringen können. Gefahren gibt es viele, denn das Kaninchen steht auf der Verzehrliste vieler Raubtiere, vom Greifvogel, über Eulen bis hin zum Marder und Fuchs.

Was ebenfalls zu enormen Bestandseinbrüchen führt ist eine Krankheit Namens RHS, auch als Chinaseuche bekannt. Diese bricht häufig im Spätherbst aus, weil dann die Felder abgeerntet sind und sich die Kaninchen in die übrigen Deckungen zurückziehen. Zum Teil sind die Kaninchenpopulationen bereits gegen diese Krankheit Immun. Eine weitere Krankheit ist die Myxomatose.

Wildkaninchen können in der Natur bis zu 10 Jahre alt werden, jedoch erreichen nur die wenigsten dieses Alter. Ein Viertel der Kaninchen wird nicht älter als 2 Jahre!

Die Fortpflanzung wird von den Ranghohen Tieren geregelt. Als Faustformel gilt 5×5, (5 Würfe jährlich, 5 Jungkaninchen pro Wurf) jedoch kann diese in einigen Fällen stark abweichen.

Die Tragzeit beträgt 28-37 Tage, anders als beim Hasen kommen die Jungkaninchen blind und nackt auf die Welt. Nach bereits einem Monat sind die Kaninchen selbstständig, nach 8 Monaten sind die Wildkaninchen geschlechtsreif.

Die Jungensterblichkeit ist bei den Kaninchen extrem hoch und beträgt im ersten Jahr 90%!

Wir haben sehr viele unterschiedliche Möglichkeiten, das Kaninchen zu bejagen. Eine besondere Art ist das Frettieren, bei der ein Frettchen in den Bau eindringt und die Wildkaninchen heraustreibt. Oberhalb des Baus werden die Kaninchen mit der Flinte zur Strecke gebracht. Fortgeschrittene Schießfähigkeiten sind Voraussetzung für diese Jagdart.

Lebensweise und Vorkommen Wildkaninchen

– sie graben Erdhöhlen in lockeren Boden aus und ziehen dort ihre Jungen auf
– es sind gesellig lebende Tiere, leben mal in großen Kolonien wie auch in kleinen Gruppen
– Wildkaninchen sind dämmerungsaktiv, in Städten sieht man die oft am Tag auf Rasenflächen
– die Wildkaninchen gibt es auf dem ganzen Erdball
Ernährung Wildkaninchen
– sie sind reine Pflanzenfresser ernähren sich von Kräutern, Gräsern, Blättern und Rinde und Zweige von Jungbäumen und Hecken
Fortpflanzung Wildkaninchen
– bei den europäischen Wildkaninchen wird die Fortpflanzungszeit von der Tageslänge bestimmt und dauert ca. von Anfang März bis August
– die Weibchen können 5 bis 7 Würfe (ein Wurf 5 bis 6 Jungtiere, werden nackt und blind geboren) pro Jahr austragen
– die Trächtigkeitsdauer der Weibchen beträgt zwischen vier bis fünf Wochen
– im zweiten Lebensjahr pflanzen sich meistens Jungkaninchen fort
– viele Tiere überleben den ersten Winter nicht, werden von Feinden gefressen oder sterben an der Krankheit Myxomatose
– Wildkaninchen können max. ein Alter von 9 Jahren erreichen
Natürliche Feinde der Wildkaninchen
Wolf, Luchs, Fuchs, Marderhund, Marder, Wiesel, Iltis, Waschbär, Bussard, Habicht und Eulen

Wildkaninchen

Steckbrief Wildkaninchen

Wusstet ihr schon über das Wildkaninchen?

Merkmale des Wildkaninchen

  • Das Europäische Wildkaninchen, seit der letzten Eiszeit nur noch auf der iberischen Halbinsel und in Nordafrika vorkommend, wurde schon von den Römern als Haustier gehalten. Von ihm stammen alle Hauskaninchen ab. Schon im 13. Jahrhundert wurde es zunächst auf der Insel Amrum ausgesetzt, seine sprichwörtliche Vermehrungsfähigkeit verhalf der Art sich schnell über ganz Mitteleuropa auszubreiten. Erst die Myxomatose, durch den Menschen künstlich in die Besätze eingebracht, ließen die hohen Populationsdichten sehr schnell einbrechen.
  • es werden Familienbaue angelegt, innerhalb der Familie herrschen Hierarchien vor, die z.T. durch aggressive Kämpfe aufgebaut werden
  • die Gruppe/Familie verteidigt ein Territorium
  • eine Häsin kann 2 bis 4 Würfe pro Jahr setzen
  • durch die Myxomatose und Lebensraumveränderungen wurden auch in Spanien die Kaninchenbesätze stark reduziert, die Folgen für die dort von den Kaninchen abhängigen Beutegreifer (Beispiel Iberischer Luchs und Kaiseradler) sind fatal: spezialisiert auf Wildkaninchen sind sie vom Aussterben bedroht
  • Wildkaninchen dürfen ganzjährig bejagt werden, vorbehaltlich des § 22(4): führende Tiere sind während der Aufzuchtszeit zu schonen

Video zum Wildkaninchen

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