Rotwild – Steckbrief Rothirsch

Rotwild (Cervus elaphus)

Kurzinfo

Das Rotwild gehört zur Ordnung der Paarhufer (Artiodactyla), zur Unterordnung der Wiederkäuer, zur Familie der Hirsche (Cervidae) in die Unterfamilie Echte Hirsche (Cervinae). Decke im Sommer rot-braun, im Winter länger grau braun. Der Rothirsch steht als Wahrzeichen des Jägers (Heiliger Hubertus). Die Rotwildbejagung sollte gut durchdacht werden damit keine Schäden bei der Population entstehen.

Rotwild

Zahnformel

Rotwild-Gebiss

Zoologische Einteilung Rotwild – Rothirsch

Zoologische Einteilung des Haarwild
Wissenschaftlicher Name
Cervus elaphus
Ordnung
Säugetiere
Unterordnung
Paarhufer
Familie
Hirsche (Cervidae)
Unterfamilie
Cervinae
Gattung
Edelhirsche (Cervus)
Art
Rothirsch

Rotwild

Steckbrief Rotwild – Rothirsch

Steckbrief Rotwild
Lebensalter
12 – 18 Jahre
Lebensraum
Wäldern, Dickungen mit großen offenen Lichtungen
Lebensweise
Rudeltiere
Gewicht
150 – 200 kg
Körperlänge

1,8 – 2,1 m
Nahrung
Kräuter und Knospen, Blätter und Baumrinde, Eicheln und Bucheckern sowie Ackerfrüchte wie Kartoffeln, Rüben, Mais und Hafer
Paarungszeit / Tragezeit

Brunft Sep. / 236 Tage
Geburt1 -2 Kälber im Mai/Juni
Merkmalesehr gute Sinnesorgane

Beschreibung des Rotwild – Rothirsch

Steckbrief Natur

Aussehen des Rotwild

Rotwild Rudel

Kahlwildrudel mit Rothirsch

Zwischen den zahlreichen Unterarten bei dem Rotwild kann es zu erheblichen Größenunterschieden kommen. Das Aussehen ist jedoch bei allen Rothirschen sehr ähnlich: Sie haben einen kräftigen Körper mit einer breiten Brust. Der Hals ist schlank, der Kopf lang und schmal. Die Augen sind dunkel, die Ohren sind lang und laufen spitz zu. Der Rothirsch steht auf langen, kräftigen Beinen und hat einen etwa 25 Zentimeter langen Schwanz. Das Fell kann je nach Jahreszeit, Geschlecht und Alter unterschiedlich sein. Im Sommer hat das Rotwild einen haselnussbraunen Farbton, im Winter ist es graubraun. Männlichen Rothirschen wächst mit dem Eintreten der Geschlechtsreife ein Geweih. Es kann beachtliche Maße erreichen und bis zu 15 Kilogramm wiegen. Die Männchen des Rotwild werfen ihr Geweih jedes Jahr nach der Paarungszeit ab. Die Bildung des neuen Geweihs dauert rund 100 Tage.

Fortpflanzung und Entwicklung des Rotwild

Im August verlassen die männlichen Rothirsche ihr Rudel und begeben sich auf die Suche nach den Weibchen (Hirschkühe). Dabei legen sie bis zu 120 Kilometer zurück. Hat der Hirsch ein Rudel mit Weibchen gefunden, bleibt er im Territorium dieses Rudels. Er wird in seinem Brunft Territorium jetzt als Platzhirsch bezeichnet. Der Hirsch verteidigt seine Weibchen aggressiv gegenüber Rivalen und markiert sein Revier. Nach der Paarung ist das Weibchen fast acht Monate trächtig. Zur Geburt trennt es sich von seinem Rudel. Es bringt in der Regel ein Junges (Kalb) zur Welt. Zwillingsgeburten sind möglich, aber sehr selten. Das Kalb des Rotwild wiegt etwa zehn Kilogramm und hat ein rotbraunes Fell mit weißen Flecken. Rothirsche sind Nestflüchter. Bereits wenige Stunden nach der Geburt kann das Kalb stehen. Die ersten Tage bleibt es jedoch zusammengerollt am Boden zurück, wenn das Weibchen auf Nahrungssuche geht. Erst dann beginnt es, der Mutter zu folgen. Das Kalb wird mindestens ein halbes Jahr von der Mutter gesäugt. Sobald die Hirschkuh erneut trächtig wird, vertreibt sie ihren Nachwuchs. Weibchen sind mit fünf Jahren ausgewachsen, Männchen erst etwa zwei Jahre später.



Lebensweise und Verhalten

Rothirsche sind sehr soziale Tiere und leben in Rudeln zusammen. Die Größe der Rotwild-Rudel variiert je nach Nahrungsangebot. Ein Rudel kann mehr als 100 Tiere umfassen. Die Rudel sind außerhalb der Paarungszeit nach Geschlechtern getrennt. Hirschkühe bilden mit ihrem Nachwuchs sogenannte Kahlwildrudel, die Männchen bilden Hirschrudel. Lediglich alte Hirsche leben manchmal als Einzelgänger. Rothirsche durchwandern ihr Gebiet meist im Schutz der Dunkelheit. Fühlen sie sich sicher, sind sie auch am Tag aktiv. Rothirsche sind sehr bewegungsfreudig. Jungtiere spielen viel, erwachsene Hirsche und Kühe sind ausdauernde Läufer. Sie legen viel Wert auf Körperpflege; besonders das Suhlen in Sand oder Schlamm ist wichtig für die Tiere.

Rotwild Losung

Rotwildlosung

Ernährung des Rotwild

Der Rothirsch ist ein reiner Pflanzenfresser. Er ernährt sich hauptsächlich von Gräsern, Kräutern, Blättern und Ästen. In Mangelzeiten gibt er sich auch mit Moosen oder Flechten zufrieden. Außerhalb der Paarungszeit beschäftigen sich die Tiere fast ausschließlich mit der Nahrungsaufnahme. Rotwild fressen sieben bis neun Stunden am Tag. Rothirsche sind Wiederkäuer. Diese Tätigkeit nimmt noch einmal bis zu fünf Stunden am Tag ein. Rothirsche nehmen mehr als zehn Kilogramm Nahrung und etwa neun Liter Wasser am Tag auf. Im Winter ist das Nahrungsangebot für den Hirsch in Mitteleuropa nicht mehr ausreichend. Es muss vom Jäger zugefüttert werden, damit die Tiere überleben können.

Der Hirsch & Geweihbildung:

Gegen Ende des ersten Lebensjahres entwickeln sich beim männlichen Kalb (Rotwild) knochige Stirnzapfen, die sogenannten Rosenstöcke. Zu Beginn des zweiten Lebensjahres bildet sich ein einfaches Erstlingsgeweih, das nur aus Spießen und ohne Rosen besteht. Es wird im darauf folgenden Frühjahr abgeworfen. Nach dem Abwurf baut sich ein neues Geweih auf, nun aber mit Rosen und mit einer ersten Gabelung, der sog. Augsprosse. Die Endenzahl nimmt dann gewöhnlich von Jahr zu Jahr zu. Es bildet sich die Mittelsprosse, manchmal auch eine Eissprosse zwischen Aug- und Mittelsprosse, das Stangenende teilt sich in zwei (Gabeln) und anschließend in mehrere Enden (Krone).

Hirschgeweih

Geweihentwicklung beim Rotwild

Während des Wachstums ist das Geweih des Rothirsch mit einer behaarten Haut, dem sog. Bast überzogen, der gegenüber Verletzungen sehr empfindlich ist. Nach Ausreifung des Geweihs im Juli/August wird der Bast an Sträuchern und Bäumchen abgestreift (fegen). Das jetzt hervortretende Geweih ist farblos, doch unter dem Einfluss der Pflanzensäfte verfärbt es sich rasch bis dunkelbraun, wobei die Endspitzen durch weiteres Schlagen hell poliert werden.
Für die Altersbestimmung gibt das Geweih keine zuverlässige Aussage, es fließt nur in eine Gesamtbeurteilung mit ein.

Hätten Sie es gewusst?

Wenn Jäger vom Rothirsch reden, haben sie ihre ganz eigene Sprache. Statt von Ohren, Augen und Maul sprechen sie von Lauscher, Seher und Äser. Der Schwanz des Rotwild bekommt die Bezeichnung Wedel. Das Fell des Tieres wird mit Decke betitelt. Das Blut heißt nicht Blut, sondern Schweiß. Wenn der Jäger vom Weibchen spricht, nennt er es einfach Tier – das Männchen bleibt aber ein Hirsch.

Was frisst das Rotwild?

Rothirsche sind Wiederkäuer und reine Pflanzenfresser. Auf ihrem Speiseplan stehen vor allem Gräser. Sie fressen jedoch auch Kräuter und Knospen, Blätter und Baumrinde, Eicheln und Bucheckern sowie Ackerfrüchte wie Kartoffeln, Rüben, Mais und Hafer.

Welche Geräusche gibt er von sich?

Das Röhren brunftiger Hirsche ist sicherlich die bekannteste Lautäußerung männlicher Tiere. Rotwild kommuniziert jedoch mit einer Reihe sehr unterschiedlicher Laute. Kälber stoßen kurze, rhythmische Laute aus, wenn sie sich wohl fühlen

Rotwild

Brunftiger Hirsch

Wo lebt das Rotwild?

Rothirsche bzw. Rotwild unternehmen gern ausgedehnte Wanderungen und sind ursprünglich in offenen Landschaften unterwegs. Sie legen mitunter über 100 Kilometer in wenigen Tagen zurück. Durch die Zerschneidung der Landschaft durch Straßen und Siedlungen, fehlende Ruhezone und erhöhten Jagddruck ziehen sich Rothirsche heute jedoch in die Wälder zurück. In den meisten Bundesländern dürfen Rothirsche nur in amtlich ausgewiesenen Verbreitungsgebieten vorkommen. Das höchste Vorkommen an Rotwild ist in den östlichen Deutschen Bundesländern. Hier ist viel Waldgebiet und bietet dem Rotwild genug Schutz und Äsungsmöglichkeiten. Aber auch im Schwarzwald, Mittelgebirge und weiteren anderen Gebieten gibt es gute Rotwildbestände.




Der Auf-Jagd Buchtipp zum Rotwild !!! Hier klicken…

Video zum Rotwild – Rothirsch

Weitere Beiträge